Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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28 lieben, daran erinnert uns das Freilieitsfest; seine Lehren und Gesetze 'zu beherzigen und treu zu befolgen, daran ermahnt uns das Fest der Gesetzgebung und Gott als den allmächtigen und weisesten Schöpfer und Erhalter bekennen und ihm dienen dazu, fordert uns das Neujahrsfest auf. Als Schöpfungstag führt es die ewig unveränderliehe, schrankenlose Grösse Gottes lebhaft vor unsere Seele; als Neujahrstag (ראש השנה) bringt es unsere Vergänglichkeit und Ohnmacht vor unser Bewusstsein, zeigt es, wie im schnell Wechselnden nichts bleibend ist als das sittlich Gute, und als (יום הדין) erinnert es uns an das Gottesgericht; und indem es unsere Kleinheit und Nichtigkeit der unendlichen Grösse und Heiligkeit Gottes gegenüberstellt, fordert es uns auf mit uns selbst ins Gericht zu gehen, unser Thun und Lassen gewissenhaft zu prüfen, demuthsvoll unsere Fehler zu bekennen, zu bereuen, Busse zu thun und Besserung zu geloben. So bildet das Neujahrsfest zugleich den ersten der Bussetage (ימי התשובה) und gehört zu den Vorbereitungstagen des Versöhnungsfestes. Die Töne der Posaune (י(שופד die an diesem Feste in den Gotteshäusern erschallen, sollen uns an die Schofartöne erinnern, die am Sinai gehört wurden und uns zur Heiligung des Willens auffordern; sie sollen uns aber auch ermahnen an die ernsten Rufe des Gottesgerichts, die den unverbesserlichen Sünder niederschmettern und uns auffordern, muthigdievon der Begierde belagerte innere Veste zu erstürmen und den heiligen Kampf für Gott und die Tugend siegreich zu Ende zu führen. 19) Trefflich ist die Bemerkung des Maimuni: »Das Ertönen des Schofar am Neujahrstage enthält auch den bedeutungsvollen Ruf: Erwachet ihr Schlafenden und Schlummernden, forschet nach über euer Thun und Lassen, übet Busse und gedenket eures Schöpfers. Ihr, die ihr die Wahrheit hingebet für die Eitelkeiten des Zeitlichen, im Leben herumirret zwischen Nichtigkeit und Tand, die nichts nützen und nicht zu schützen vermögen, habet Acht auf euer Seelenheil, bessert euere Wege und euer Thun, ein jeder von euch verlasse die Wege des Lasters und die Gesinnungen, die nicht gut sind. 20) d) Das Laubhüttenfest (׳(חג הסכות endlich soll die höhere Wahrheit, dass Gott der Allgegenwärtige stets und überall uns seinen Schutz gewährt, uns lebhaft zum Bewusstsein bringen. Die einfache י מד) Hilchot Tescliuba Cap. 3. §. 4. — 20) Die halachischen Vorschriften sind enthalte 11 T. Bosch Haschana passim.