Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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25 da sie nebst ihrer hohem Bedeutung auch ימי שמחה Tage der Freude sein sollen, ist eine jede Verrichtung, die zur Bereitung der Speisen nothwendig ist, erlaubt. 9) Dass sie aber nicht bloss Tage der sinnliehen Genüsse, sondern auch der hohem Seelenruhe sein sollen, er־־ hellet schon daraus, dass die Schrift dieselben bezeichnet als "מיעדי ה, »Festtage dem Ewigen zu Ehren« 10) und dass sie befiehlt מקרא קדש יהיה לכס « Eine heilige Verkündigung sollen sie euch sein» 1r); aber selbst in der sinnlichen Festesfreude soll das sittlich Gute vorherrschen und das Moralgesetz nicht verletzt werden. Schön spricht sich hierüber Maimuni 12) aus: »Wenn wir (am Festtage) essen und trinken, ist es unsere Pflicht, auch den Fremdling, die Waisen, die Witwen und andere Arme und Nothleidende zu speisen und unser Mahl mit ihnen zutheilen. Wer hingegen zur Zeit, da er im Kreise seiner Gattin und Kinder das Freudenmahl hält, die Thore seines Hofes vor den Armen und Dürftigen verschliesst und ihnen nichts reicht, dessen Mahl ist nicht ein Mahl der gebotenen Festesfreude, sondern bloss ein thierisches, von dem der Profet sagt: Ihre Festesopfer gleichen einem Mahle der Leidtragenden; sie schänden die, welche sie gemessen, denn sie verzehren es allein, ohne etwas hievon in das Haus Gottes zu bringen (Hosea 9, 4). Eine solche Freude ist eine Schmach nach dem Ausspruche des Profeten: Und ich verbreite den Koth eurer Opferthiere über euer Angesicht (Malachi 2, 3). Die Festesfreude darf keine unmässige sein und das Mahl nicht zum Zechgelage werden. Rausch und muthwilliger Scherz gewähren keine reine Festesfreude, sie sind vielmehr Thorheit und Niedrigkeit und nicht diese sondern eine solche Freude ist für die Festesfeier geboten, mit welcher zugleich ein Gottesdienst verbunden ist, denn so lautet das Wort der Schrift: Darum (folgt die Strafe) weil du dem Ewigen deinem Gotte nicht gedient hast mit freudigem, gutem Herzen zur Zeit als du Überfluss hattest (Deut. 28, 47); daraus folgt, dass der Dienst Gottes nur im Genüsse reiner Freuden ein würdiger ist. Auch für Zucht und Sittenreinheit an öffentlichen Plätzen soll besonders an Festtagen von Seiten der Obrigkeit gesorgt werden.« Übrigens soll ein grosser Theil des ,Festtages der geistigen 19) Exodus 12, 16. — 0ב) Leviticus 23, 2. — גג) Bas. 23, 7. 12) Abschnitt Jom Tob Cap. 6. §. 18—21.