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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1886-01-01 · [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886) · page 17

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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9 Gott über Alles uncl den Nebenmenschen wie sich selbst lieben, das fordert die geoffenbarte Lehre, wie das Sittengesetz. Wir sollen Gott, das Urbild der Sittlichkeit, lieben und ihm nachzuahmen streben. מה הוא נקיא הגון אף אתה היה הנון מה הוא רחום אף אתה היה דחום מה הוא נקרא קדוש אף אתה היה קדוש »Wie Gott der Huldvollste genannt wird, so sollst auch du streben wohlwollend zu sein; wie er der Allerbarmer heisst, so sollst auch du barmherzig sein, und wie er als die höchste Heiligkeit verehrt wird, so sollst auch du dich heiligen.« n) Wohlwollen und Güte, Sanftmuth und Bescheidenheit, Rechtlichkeit und Redlichkeit, Wahrhaftigkeit, Gewissenhaftigkeit und Treue, Friedfertigkeit und Yersöhnlichket, Massigkeit und Genügsamkeit zu bewahren in unserem Denken, Fühlen, Sprechen und Thun, das fordert die Halacha sowie die Ethik. 13) 7. Nach einer Midrasch-Sage hätte Gott, bevor er Israel die Thora gegeben, eine Bürgschaft gefordert, dass es dieses Kleinod sorgfältig bewahren und erhalten werde. Als Israel auf das Hinrmlische und Irdische, auf das Intelligible im Menschen sich berief, da sprach Gott: diese Verbindung wird früher oder später aufgelöst; ich will einen Bürgen für ewige Zeiten, darum fordere ich eure Kinder als Bürgschaft für die Pflege und ewige Erhaltung der Thora. 13) Welch ein schönes Bild! Die Kinder die Bürgschaft für die Erhaltung und Verbreitung der Gotteslehre! Soll die göttliche Saat im Herzen des Mannes Wurzel fassen und zur Frucht reifen, muss der Same der Tugend und der religiösen Wahrheit frühzeitig in das empfängliche Gemüth des Kindes gestreut, muss Geist und Wille des Kindes mit Vorsicht geleitet und gelenkt werden. Die Kinder müssen im Geiste der Tugend und der Gotteslehre erzogen und un-!errichtet werden. Diese schöne, heilige Pflicht liegt aber in erster Reihe den Eltern ob. Nicht bloss für die Befriedigung der leiblichen Bedürfnisse, für die Entwickelung der körperlichen Kräfte ihrer Kinder haben die Eltern Sorge zu tragen, sie haben vielmehr die heiligste Pflicht für die Entfaltung der Geisteskräfte und durch eine גב) Maimuni Hilehot Deot. Cap. 1. §. 6. vergl. T. Sota 14a, Sifri C. 49. 12) Dies ist in cler schriftlichen und mündlichen Lehre weitläufig ausgeführt und zusammengefasst im I. Bucha des Jad Hachasaka des Maimuni Ahschnitt 2 Cap. 1—7. 13) Jalkut Schimeoni Sprüche Cap. 6.

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