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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1886-01-01 · [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886) · page 14

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
Date
1886-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122076--1209-3123383
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dessen Name und dessen Elire heilig sein; er wird sich wohl hüten, irgend etwas zu äussern oder zu unternehmen, wodurch dessen Ruf geschädigt werden könnte; vielmehr wird er eine jede Gelegenheit mit wahrer Freude ergreifen, um dessen Ruhm zu verbreiten und ihm die Achtung Aller zuzuwenden. Wohl vermag der Mensch nicht den Namen Gottes herabzusetzen oder seine Heiligkeit zu entweihen; wenn jedoch sein Wollen ein unsittliches, seine That eine unmoralische ist, wenn er dem Willen Gottes zuwider handelt und seine Gebote nicht befolgt, so entwürdigt er das Göttliche im Menschen, dann entweihet er den göttlichen Namen, zu dessen Träger er berufen, verletzt er die Gottesgemeinde, dessen Mitglied er ist und siindigt gegen die Gesellschaft, in deren Mitte er lebt; darum enthält das Gebot der Liebe zu Gott das Yerbot von der Entweihung des göttlichen Namens (חילול השם) sowie das Gebot von der Heiligung desselben (ולא תהללו את שם קדשי •(קדוש השם »Und ihr sollt nicht entweihen meinen heiligen Namen.« 6) ונקדשתי בתוך בני ישראל »Und ich soll geheiligt werden in Israel.« 7) Der Name Gottes wird aber entweihet nicht bloss durch Raub, Diebstahl, Meineid, Lug und Trug, durch Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit, kurz durch unsittliche Handlungen oder durch muthwillige Uebertretung der göttlichen Gesetze, es gibt vielmehr noch eine ganze Reihe anderer Handlungen, die dies nicht minder thun; allein man muss bei den letzteren genaue Rücksicht nehmen auf die Stellung, welche die Uebelthäter in der Gesellschaft inne haben, wie auch auf ihren Bildungsgrad. Je feiner und glänzender die Oberfläche eines Gegenstandes ist, desto rascher wird der kleinste Schmutzflecken an demselben bemerkt; je schärfer und glätter der Spiegel geschliffen ist, desto leichter wird die kleinste schadhafte Stelle wahrgenommen; genau so steht es um die Fehler und Schwächen der Menschen. Was beim gewöhnlichen, minder gebildeten Menschen kaum beachtet wird und keinen Anlass zu einem öffentlichen Aergerniss gibt, das wird einer höher gestellten Person, einem gebildeten Manne bald übel vermerkt und Ursache zur Entweihung des göttlichen Namens. »Wer mit Wissen und Willen, d. i. ohne Zwang freventlich eines der göttlichen Gebote Übertritt, der entweihet den göttlichen Namen, darum heisst es von einem lügenhaften Schwur: »und du entweihest den Namen deines c) Leviticus 22, 32. — ז) ib.

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