Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [9.] für das Schlujahr 1885-86 (1886)
- Date
- 1886-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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sie dir ebnen«,7) auf dass du das höbe Ziel erreichest. רצה הקב״ה לזכות את ישראל לפיכך הרבה להם תורה ומצות »Der Allerheiligste wollte, dass Israel in seinem Wollen und Thun sittlich gut sei, darum gab er ihm Lehren und Vorschriften für alle Lagen des Lebens.« 8) ־ Anmerkung. Heiligkeit ist Vollkommenheit, die nur G-ott zukommt, deren aber der Mensel! in dieser Sinnenwelt unfähig ist. Er kann und soll wohl auf der Stufenleiter der Sittlichkeit immer höher steigen, in der Übung des Guten nach und nach mehr Eertigkeit gewinnen, ja er soll nach sittlicher Vervollkommnung streben, aber zur vollendeten Tugend wird er hienieden nicht gelangen. Da aber die Gotteslehre doch die Forderung an uns stellt: קדשים תהיו. »Ihr sollt heilig sein«, (Leviticus 19, 2) so kann dies nur, wie schon Kant (S. 261) sehr richtig bemerkt, in einem ins Unendliche gehenden Fortschritt zu jener völligen Angemessenheit des Willens zum Sittengesetze bestehen, was nur unter Voraus- Setzung einer ins Unendliche fortdauerenden Existenz und Persönlichkeit desselben vernünftigen Wesens, Unsterblichkeit der Seele, möglich ist. So fasst es auch der Talmud auf: (joma 39a)והתקדשתם והייתם קדשים אדם מקדש עצמו מעט מקדשי׳ אותו הרבה מלמטה מקדשי׳ ,מלמעלה בעו״הז מקדשי׳אותו לעו״הב. »Und ihr sollt euch heiligen und heilig werden, d. h. wenn der Mensch mit seiner Heiligung ernst beginnt, so wird ihm Gelegenheit geboten, darin fortzuschreiten und es wird ihm in diesem sittlichen Streben Hilfe und Beistand von Oben, um die Hemnisse, die ihm entgegentreten, zu überwinden; heiligt er sich hienieden, so erreicht er im Jenseits die höchste Stufe, wo er ewig fortlebt und der Seligkeit theilhaft wird.« Haben wir in den bisherigen einleitenden Betrachtungen die ethische Grundlage der Halacha in ihrer Gesammtheit gefunden, so liegt es uns nun ob, dieselbe in ihren einzelnen weitverzweigten Hauptbestandtheilen zu untersuchen und ihren ethischen Werth kennen zu lernen. Die Halacha wird mit Inbegriff der in derselben enthaltenen rein ethischen Gesetze von Maimuni in seinem Werke »Mischna Thora« (Jad Hachasaka) nach der Verschiedenheit des Stoffes geordnet und in vierzehn Bücher eingetheilt. Wir folgen in unserer Ab-* handlung den Eintheilungsgründen Maimunis und sondern demgemäss den Stoff in vierzehn Abschnitte. 9) 0׳ Sprüche 3, 6. — s) T. Makkot 23b. °) Auch im »Führer «(מורה נבכים) sondert Maimuni den Stoff in vierzehn Abschnitte; doch finden sich einzelne Abweichungen in der Einreihung einiger Gesetze in die betreffenden Abschnitte von der im Jad Hachasaka; wir halten uns zumeist an die Eintheilungsgründe im Letztem. 1*