Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 104)
- Language
- German
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98 QUELLEN DER SC HR]FTERK L A K UNG AB ULAVA LI!Vs. deren Verständniss aveiliger auf etymologischer Ableitung, als auf Überlieferung beruht. Als Träger dieser Überlieferung für die Kenntniss des biblischen Wortschatzes galten ihm auch die Bibel- Übersetzer. Leider ist ausser denen Saadja’s von jenen alten arabisehen Bibelübersetzungen keine auf uns gekommen, um so dankbarer müssen Avir für die bei Abulwalid erhaltenen, Avenn auch geringen, Spuren und Reste derselben sein. Wir geivinnen aus ihnen einen freilich nur dürftigen Begriff von diesen Versionen, welche zur Zeit der beginnenden höchsten Blüthe des spanisch-arabischen Judenthums diesem die Kenntniss der heiligen Schrift vermittelten. Einige Mal berichtet uns Abulwalid, Avas über gewisse Punkte der Bibelerklärung die gang und gäbe Ansicht seiner Landsleute war.43) Dass in dem Jahrhunderte zwischen Saadja und Abulwalid die Kunst der Bibelübersetzung, Avenn man diese so nennen darf, erhebliche Fortschritte gemacht hat, und dass Abulwalid selbst dieser Kunst viel Sorgfalt und Aufmerksamkeit widmete, zeigen zahlreiche Stellen seines Wörterbuches. »Der Übersetzer — so sagt er einmal44) — bedarf der Kenntniss von dergleichen sprachlichen Feinheiten, damit seine Übersetzung gebaut sei auf den Grundlagen der Wohlredenheit und gestützt auf die Pfeiler der Beredtsamkeit.« Es handelt sich nämlich um die Wiedergabe des Verbums לכמד Avelches »erregt sein« bedeutet, aber auch (Echa 5,10) in dem Sinne von »verdorren« vorkömmt: beide Bedeutungen vereinigt auch das arabisehe Zeitwort האג in sich. Diese gleichsam intimere Übereinstimmung der beiden verwandten Sprachen nachzuweisen, Avar ein Hauptbestreben Abulwalid’s beider Vergleichung derselben, wie ich an einem anderen Orte an zahlreichen Beispielen gezeigt habe. 45) Die Sprach- Vergleichung tritt bei ihm in den Dienst der Schrifterklärung, beson- 43) Wb. 894,31: »Die Leute dieses Landes (אהל הלא אלסקע) irren undsprechen משכו, Ez. 32,10, mit langem Kamez, indem (1. אל statt או) sie das Wort für ein Perfectum halten, aus Unkenntniss der Tradition.« 115, 33: Der erste Satz n I Sam. 4,1 will nicht besagen, dass Samuel die Israeliten vom Kampfe abgemahnt habe, wie die Leute meinen. 573,14 : והוא in Richter 13,18 bezieht sich nicht auf den »Kamen« (שמי), wie die Leute meinen. S. ferner B. 14, 32, über Jerem. 29,26; B. 218,7 (vgl. Derenbourg, Op. CIY, n. 1), über Exod. 3,12 (אלגמהוד ההמון). — wb. 279,29 ff. will er יזע, Ez. 44,!8, und יזעה Gen. 3,19, erörtern, weil »die Leute« hinsichtlich dieser beiden AATorte in Verwirrung'sind. 44) S. AATh. 822,12—22. 45) S. Die hebr.-arab. Sprachvergleichung Abulwalid’s, S. 54—67.