Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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82 QUELLEN DER SC IIRI FT ERK LA RUN G ABULWALI D*S. tung trän k e n nimmt, aucli einen anderen Sinn beilegen, wonach es von derselben Wurzel stammt, wiedas obenerwähnte למשקה Ez. 45,15, nämlich von לשקק שקה ond der Satz bedeutet dann: Man darf die in der Wüste weidenden Thiere nicht in die Ortschaft treiben, um sie zu schlachten. Der vom Talmud angenommene Sinn des Wortes ist damit nicht ausgeschlossen, weil man eben, wie es im Talmud gesagt wird, die Thiere, bevor man sie zum Schlachten führte, auch zu tränken pflegte. 80) Die an vorherstehenden Beispielen dargelegte Methode des mehrfachen Schriftsinnes ist ein interessanter Versuch, die Selbständigkeit der Schrifterklärung mit der Unterwerfung unter die Autorität der Tradition zu vereinbaren. Als weiteres Beispiel dieses Verfahrens darf auch Abulwalid’s Erklärung von Exod. 21,7 dienen, vr0 er zwar nicht ausdrücklich auf die Möglichkeit des mehrfachen Schriftsinnes hinwreist, aber doch deutlich genug sagt: »Diese Bedeutung (nämlich von תצא verweilen) ist eine andere, als die in der wahrhaften Tradition enthaltenen Bedeutungen.« — d. i. sie gesellt sich denselben hinzu. 81) Endlich sei seine Erörterung von לוהב Num. 21,14, angeführt, wT0 er gegenüber der durch Targum und Tradition bezeugten Ableitung des Wortes von יהי, geben, erklärt: er «wollte sich dem nicht widersetzen, aber da für diese Ableitung wr01 die glaubwürdige Tradition zeugt, sie aber aus der h. Schrift nicht bewiesen werden könne, werde er sich eine andere Erklärung erlauben, dass nämlich והב der Name eines Ortes sei. 82) Nur in zwei Fällen gestattet sich Abulwalid eine unbedingte Abweisung der traditionellen Erklärung, aber auch da nicht, ohne sich dabei auf eine Autorität stützen zu können. In der Controverse zwischen Eliezer und Akiba über לועשתה Deut. 21,1:, macht er die Meinung des Ersteren zu der seinen, weil וגלחה zeige, dass unter ועשתה das Abschneiden der Nägel zu verstehen sei; hingegen, bemerkt er weiter, entscheidet die Tradition nach der Meinung Akibas, dass jenes Wort das Wachsenlassen der Nägel bedeute.—- 83) Er citirt die talmudische Meinung, 84) dass ידאה Deut. 14,13, mit דאה Lev. *4־ * 11,34. gleichbedeutend sei, verwirft sie aber, sich dabei nicht nur auf den sie ebenfalls verwerfenden ßaon Samuel b. Chofni stützend, sons״) Wb. 745,17 — 746,9. — s1) Wb. 291, 10—15. — s2) Wb. 185,4—10. ss) Wb. 552,23—9נ. s. Jebam. 38a, . £4) Cb ul 1 in 63b.