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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1885-01-01 · [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885) · page 87

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 87)
Language
German
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ANNAHME MEHRFACHEN SCÜIUFTSINNES. 81 verstanden werden.75) Wenn nun auch Deut. 12,4 in seiner trad. Auffassung zu der Gesammtzahl der Verbote gehört, 76) so ist es doch nicht unmöglich, ihm ein anderes Verbot beizugesellen, ohne dass damit ein Hinzufügen zum Religionsgesetz begangen würde; vielmehr ist das nur eine andere gestattete Erklärungsweise, deren Annahme nicht schadet, sowie es nicht schadet, sieben Bedeutungen in Lev. 19,26 anzunehmen, obwol das ebenfalls nur ein Verbot ist. 77) Auf dasselbe Beispiel mehrfachen Schriftsinnes beruft sich Ahulwalid, um begreiflich zu machen, dass לבקדת Lev. 19,20, zwei Bedeutungen zugleich haben könne. 78) Dass Ahul walid den mehrfachen Wortsinn nicht bloss als exegetische Methode, sondern als eine in der Natur der Sprache begründete Eigenheit des Bibelwortes auffasste, sieht man besonders deutlich in seiner Aeusserung über אור, Gen. 15,7. Nachdem er diesem Worte die Bedeutung »Thal« zugeschriehen, bemerkt er, gewiss im Hinblick auf die traditionelle Erklärung von אור mit »Feuer«: »Es ist nicht die Annahme abzuweisen, dass die Hebräer, wenn sie אור כשדים sagten, zwei verschiedene Bedeutungen damit ausdrücken wollten, wie sie das auch mit dem Ausdrucke באר שבע und 'mit d§m Ausdrucke בקרת und anderen beabsichtigten.« 79) Bei dem ersteren Beispiele denkt er wol an die doppelte Begründung, welche in Gen. 21,30 f. für den Ortsnamen באי שבע gegeben wird, bringt also für seine Methode gewissermaassen ein klassisches Beispiel aus der heiligen Schrift selbst. Merkwürdig ist, dass Abulwalid diese Methode des mehrfaeben Sinnes auch auf die Erklärung der Mischna anwendet. Er thut dies in Bezug auf M. Beza 5,3 (. . . . אין משקין ושוהטין) und sagt: Sowie viele Schriftverse mehrere Bedeutungen haben können, von denen ein Theil nicht mit der von den Alten angenommenen Bedeutung übereinstimmt, ebenso kann man auch dem Worte משקץ* obwohl es der Talmud (Beza 40a) zu dieser Mischna in der Bedeu- 5ד) S. Sanh. 34a. י״י (6ד^ p לא תעש ך ן figurirtals besonderes Verbot in der Liste des H a- 1 a c b ö 111 g e d ö 1 0 t h. לז) R. 214, 30—215, 23. 8ז) Wb. 106,11—20. S. näher darüber He.br.-neuhebr. Sprachvergleichung, Abseb, 2, s. v.י .בקר ד&) Wb. 28, 32—35. Vgl. unten, S. 102, Anm. 12. BACHER, ABULWALID. O

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