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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1885-01-01 · [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885) · page 36

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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30 LEBEN UND WERKE ABüLWALId’s. des Talmuds und das der späteren Traditions-Gelehrten, der Gaonim, sowie das der Massoreten hin, welche Correctheit im Sprechen empfahlen und die grammatische Erkenntniss hochschätzten. 154) Aber auch nach einer anderen Richtung hin muss Abulwalid sein Forschen und Streben gegen die eben gekennzeichneten frömmelnden *Widersacher in Schutz nehmen. Er muss zu Gunsten der Vergleichung des Hebräischen mit dem Arabischen an das Beispiel Saadjas und die Sprachvergleichung des Talmuds erinnern. 155) Und zu Gunsten selbständiger und sinngemässer Exegese verweist er auf Sätze der Tradition und die Werke der gaonäischen Schrifterklärer: »denn Viele von den missgünstigen Gegnern der Männer der "Wissenschaft in unserer Zeit und speciell in unserem Lande werden von ihrer Missgunst, zu der sich Unwissenheit gesellt, dazu bewogen, Jene wegen irgend einer trefflichen neu gefundenen Erklärung, auch wo es sich nicht um Religionssatzungen handelt, anzugreifen, wenn dieselbe den *Worten des Midrasch und der Agada entgegengesetzt ist, indem sie sagen, sie sei mit den Worten der alten Weisen im Widerspruche, wobei sie Jene schmähen und die Sache in den Augen der Ungebildeten vergrössern und falsch darstellen und so diese den richtigen Begriffen abwendig und zu Verächtern der Wahrheit machen.« 156) Giengen doch diese Fanatiker soweit, den Bibelforschern auch das als Sünde anzurechnen, dass sie die Sprache der Mischna zur Erklärung der heiligen Schrift heranziehen. Ihnen ist jene Sprache voller Unrichtigkeiten, während tiefere Erkenntniss auch für scheinbare Anomalien Gründe und Analogien findet. Diess zeigt dann Abulwalid eingehender an einer Reihe, von Beispielen, mit sichtlichem Triumphe darthuend, wie die verketzerte Sprachwissenschaft die Sache der Traditionslitteratur gegen die Verleumdungen derjenigen führt, welche am ehesten berufen wären, sie zu vertheidigen. 157) Nicht ohne Grund widmet Abulwalid den grösseren Theil der Einleitung zu seinem Hauptwerke der im Bisherigen skizzirten Po- _ _ _ »• lemik. Im Begriffe, die reife Frucht ernster Lebensarbeit der Offentlichkeit zu übergehen, sieht er sich genöthigt, die Berechtigung 15*) E. IV—VII. 155) B. VII, 15—VIII, 11, s. meine Schrift: die hebr.-arab. Sprachvergleiclmng• Abulwalid’s S. 5 f. t 156) E, VIII, 11—24. — ז*ב) R. yjjl, 24—XI, 22.

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