Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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PERSÖNLICHE BEZIEHUNGEN. HE1MATSGEFÜI1L. 27 nirgends bei ihm ein so heftig tadelndes Urtheil, wie bei seinem Zeitgenossen, dem grossen Dichter und Pessimisten Salomön Ibn Gabirol. 139) Doch wird er, wenn er gewisse Untugenden seiner Zeitgenossen und Landsleute geisselt, 140) zunächst wol die Leute von Saragossa im Auge haben, aus deren Mitte ja auch das erste Pamphlet gegen ihn ausgegangen war. 141) Bemerkenswerth ist seine Klage über den Mangel guter Tradition in Spanien in Bezug auf die richtige Lesung des biblischen Textes, als ein wesentliches Hinderniss seiner Forscherthätigkeit. 142) Doch lässt er auch anderseits den Stolz des spanischen Juden auf sein Heimatsland zum Vorschein kommen. In dem trockenen Geschäfte des Lexikographen findet er Veranlassung, einen Act des Patriotismus zu üben, indem er dem in der Bibel einmal Yorkommenden Namen Spaniens einen besonderen Artikel widmet, obwohl er sonst, wie er dann bemerkt, Ortsnamen und andere Eigennamen in seinem Wörterbuche nicht erklärt. Mit ספרד, »dasvomTargum mit אפפמיא übersetzt werde, was bekanntlich s. v. als Andalüs sei,« mache er deshalb eine Ausnahme, » weil diese Bedeutung des biblischen Na־ mens zu kennen nützlich sei, besonders für die Andalusier selbst.« 143) Ein anderes Mal betont er, dass die »Leute dieses Landes« d. i. 139) s. Op. XYI—XXII. 14°) im Takrlb wa-tashil, Op. 313, spricht er von den Gegnern Hajjüg’s, mit denen man Mitleid haben müsse, oh wol ungerechte Angriffe auf die Gelehrten, ohne dass man deren Werke kenne, unter den Leuten dieses Landes — פי אהל הדא אלסקע — gang und gäbe seien. Am Schlüsse der Einleitung zu R. XIV, 22—24, sagt er ebenso, nachdem er um Nachsicht für die etwaigen Mängel seines Werkes gebeten : er müsse das ausführlicher thun, weil er die Lhgesittetheit der Zeitgenossen — אדב אהל זמאננא ID — kenne, ihre geringe Kenntniss von den Schwierigkeiten des litterarischen Producirens und ihre voreiligen Angriffe auf die Verfasser gelehrter Werke; vgl. ib. Z. 9—11. R. 202,12—14 : Die Leute unserer Zeit üben ihr Denken nicht und strengen ihren Geist nicht an, um die Geheimnisse dieses Buches (das B. der Punktation von Hajjüg) zu verstehen, sondern sie durcheilen es flüchtig, wegen ihrer Trägheit und Lässigkeit; R. 211, 8 spricht er von der Verkehrtheit seiner Zeitgenossen, — תעסף אהל זמאגנא — die nicht leicht eine vorgefasste unrichtige Meinung gegen eine bessere aufgeben, ebenso R. VIII, 10: vgl. auch Wb. 234,23: ולולא תעסף אלמתעפפיד. 141) S. oben S. 14 f. 148)' S. unten, zu Anfang des zweiten Theiles.!43) w b.496, 7—ll