Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3122061-3122078--1088-3123261- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
26 LEBEN UND WERKE ABULWALId’s. dieses Leben selbst vergegenwärtigen und die Verhältnisse, unter denen die Arbeit vollendet ward. Aber wie bei den bisher behaudelten kleineren Schriften, ist auch bei dem Hauptwerke Abulwalid’s der ihm zu entnehmende Ertrag für seine Biographie ein äusserst dürftiger. Der ernste Mann verlässt fast nie das Geleise der wissenschaftlichen Darstellung, und wo er dennoch Andeutungen über, seine persönlichen Verhältnisse einfliessen lässt, erfahren wir gerade soviel, als es die rein sachliche Veranlassung der Reminiscenz erfordert. Hören wir doch von Abulwalid’s Jugend nur, weil er einige in der Jugend geäusserte oder vernommene Meinungen mittheilen will;13 x) und von seinem Alter spricht er in der Einleitung zu seinem Hauptwerke nur, um dieses als Schutzmittel gegen die Vergesslichkeit des nahenden Greisenthums zu bezeichnen. 32נ) Von seinem ärztlichen Berufe spricht er nie. Ob er eine Familie begründet hat oder als einsamer Gelehrter nur seinen Studien lebte, darüber ist nicht die geringste Andeutung vorhanden. Nur aus gelegentliehen Aeusserungen dürfen wir schliessen, dass junge Leute in Saragossa zu ihm im Schülerverhältnisse standen. Von Einem derselben berichtet er, 133) dass er auf dessen Begehren besondere Mnemonika für die hebräischen Funktions- und Radikalbuchstaben gemacht habe. Ein anderes Mal erzählt er von einer auf Hajjug sich beziehenden Frage, die Viele der Studirenden an ihn gerichtet hätten. 134) Für Schüler bestimmt war das Hajjug commentirende Buch der Näherbringung und Erleichterung. 135) Als Mitglied eines gelehrten Conventikels haben wir ihn oben in der Vorgeschichte des Buches der Vergeltung gesehen; 136) und in der damit eröffneten litterarischen Fehde zwischen ihm und dem Nägid fand er zunächst in Saragossa Anhänger und Parteigenossen. m) An diese wendet er sich, wenn er in seiner Grammatik zweimal in lebhafter Apostrophe _ seine Leser anspricht. 138) Uber die Juden von Saragossa findet sich ג3ב) S.oben S. 2. — 132) B׳. XI, 27, s. oben Anm. 42. 33נ) r. 11,37;בעץ אלאהדאת קצת הבחורים, wobei man niebt an Menrere denken darf, wie der liebr. Übersetzer. 134) e. 131,11: .וקד סאלני ענהא כתיר מן אלטלבה 35נ) S. oben S. 16 — 136) S. oben S. 17. — 139׳ S. oben S. 21. 138) R. 142,19: »Ihr kennt mein Forschen und Streben, meinen Eifer und meine Ausdauer im Studium;« R. 185, 24 : »Ihr wisset, dass die Poesie nicht meine Kunst ist. . . .«