Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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10 LEBEN UND WERKE ABULWäTJd’s. sehen Litteratur scheint er sich erst in späteren Jahren eingehender beschäftigt zu haben.55) Er selbst spricht sich offen jede Autorität auf diesem Felde ab. 56) Was seine Kenntnisse in den realen Wissenschaften betrifft, so bietet ihm der knappe Zuschnitt seiner exegetischen Bemerkungen und Erörterungen, die in bei weitem überwiegendem Maasse nur das Grammatische und Lexicalische in ihren Bereich ziehen, nur selten Gelegenheit, von jenen in seiner Bibelauslegung Gebrauch zu machen. Doch fehlt es auch hiefür nicht an Beispielen und in der Anmerkung sei auf einige Stellen hingewiesen, an denen Abulwalid Astronomisches, Geographisches, Archäologisches, Historisches zur Schrifterklärung heranzieht. 57) 3. Das erste Werk. Yon dem grössten Einflüsse auf die Studien Abulwal: d’s und auf seine schriftstellerische Thätigkeit waren die an Umfang geringen, aber wegen ihrer die ganze hebräische Sprachwissenschaft umgestaltenden Wirkung wie nur wenig Litteraturwerke bedeutungsvollen Schriften des Jehuda b. Dawid Hajjug. Die letzten in Cordova verbrachten Lebensjahre Hajjüg’s fallen in die Jugendzeit Abulwalid’s, und nur die oben erwähnte Thatsache, dass dieser wenigstens einen Theil seiner Lehrjahre in Lucena verlebte, erklärt es, dass er nicht in persönliche Beziehung zu dem Meister trat.58) Um so eifriger studirte er dessen Bücher und schöpfte aus der Beschäftigung mit denselben soviel Bewunderung und Dankbarkeit für ihren Urheber, dass er ihm die Verehrung eines von der innigsten Pietät durchdrungenen Schülers widmete, die er in seinen eigenen Schriften immer aufs neue zum Ausdrucke brachte. Haben doch diese Schriften alle mehr oder weniger Beziehung zu denen 55) S. weiter ־unten das Capitel über die Traditionslitteratur. sc) wb. 386,4:לסת מן זעמא הדא אלפן• 57) S. Ge 0 g r a p 11 i s c 11 e s : Wb. 306, 21 f.; 335, 5; 689, 9 f. (»aus רקע, Jes. 42, 5 könne liiclit bewiesen werden, dass die Erde nicht kugelförmig ist, da ja auch die Kugel eine Fläche hat«). Ethnographisches: 547, 25—27. Historisches: 49, 18, 450, 6. Archäologisches: 126, 30—33; 235, 22. Astronomisches: 422, 13f. 58) S.Derenbou r g Op. YIII.