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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1885-01-01 · [8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885) · page 12

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[8.] für das Schlujahr 1884-85 (1885)
Date
1885-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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6 LEBEN UND WERKE ABULWALlD’s. späteren Alters: »Ihr kennet mein Forschen und Streben, meinen Eifer und meine Ausdauer im Studium seit meiner frühen Jugend.« 27) Er sagt das in Bezug auf die Erforschung der heiligen Schrift, aber es wird auch auf sonstige Disciplinen, die er sich nach den Erfordernissen der damaligen Bildung der spanischen Juden aneignete, bezogen werden können. Einen hervorragenden Platz nahm in derselben die Sprache und Litteratur der Araber ein. Wie gründlich er diese studirt hat, beweist besonders seine sich durch sichere Methode und eine Fülle neuer Beobachtungen auszeichnende Sprachvergleichung, 28) sowie die stylistische Trefflichkeit seiner durchaus arabisch abgefassten Schriften. 29) Das Studium der M e d i c i n, die er nachher berufsmässig ausübte, wird er wol ebenfalls schon in der Jugend betrieben haben. Der bekannte muhammedanische Historiker der Aerzte rühmt von ihm eine »vortreffliche Kenntniss in der Kunst der Medicin« und nennt als eine seiner Schriften das Buch Talchis, welches in erster Ileihe eine Liste der einfachen Medicamente gab. Auch andere medicinische Schriftsteller citiren seine Arbeiten. 30) In jüdischen Kreisen bleibt ihm das Epitheton »der Arzt«. 31) Yon seiner Kenntniss des menschlichen Leibes macht er hie und da in seiner Schrifterklärung Gebrauch. 32) Als Lesefrucht aus Galenus’ Schriften citirt er einen Satz Plato’s, wie er bei diesem angeführt war. 33) Eine nicht ganz feine Anekdote, welche er mit robustem Witze in einer polemi- 27) B. 142, 19 f. ' . 28) S. meine Abhandlung: Die hebräisch-arabische Sprachvergleichung• des Abulwalid Merwän Ihn Danäh. Wien, 1884. 29) Ewald, Beiträge I, 126 : »sogar seine arabische Feder ist schön und besser als die Saadja’s.« S. auch Munk, Notice, p. 130 f. 30) S.Iun k, Notice 80 f. Derenbou r g, Op. p. LXXY. In A. M ü 1־ 1 e r’s Ausgabe des Ibn Abi Oseibi'a befindet sich der Artikel über Ibn Ganäh Bd. II, S. 50. 31) Ibn Esra in seiner ersten grammatischen Schrift, Möznajim (Einleitung und p. 18a, ed. Heidenheim): ד ילנה הילפא. Auch Joseph Ibn Ak n i n nennt ihn אלהכים; s. G ü d e m a n n, Das jüd. Unterrichts wesen der spanisch-arab. Periode, S. 55 und 8 (des arab. Textes). 32) Über Nerven und Muskeln, Wb. 81, 33— 82, ■4; über Galle und Leber, 30 7 , 33 — 308 , 3; über die Ader, welche von der Leber“ aus sich über den Körper hin verbreitet, ib. 692, 1—6. 33) S. M u 11 k, Notice p. 193, n. 2.

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