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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1884-01-01 · [7.] für das Schlujahr 1883-84 (1884) · page 36

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[7.] für das Schlujahr 1883-84 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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30 Die Sinne in der Poesie. Er allein wagt in* der jüdischen Litteratur den gewaltsamen, aber kühnen Versuch, die Ethik auf die Sinne zu gründen. Zehn Paare moralischer Eigenschaften, stets je eine Tugend mit ihrem Gegenbilde, einem Laster werden den fünf Sinnen zugetheilt, wobei denn auch der Geruch der allgemeinen moralischen Wehrpflicht der Sinne untergeordnet wird. Nur der unbekannte Verfasser des Sittenbuches Orchot Zaddihim93) benutzt, jedoch nur unvollkommen und flüchtig den Gedanken Ibn Gabirol’s. Das Unternehmen, durch die Behandlung der Sinne die Ethik erschöpfen zu wollen, hat keinen Nachfolger gefunden. Was Hillel b. Samuel94) als Ethik der Sinne vorträgt, stellt eine Mischung religiöser und sittlicher Bestimmungen dar, denen sich die Sinne zu unterwerfen haben. Wovon die Philosophie mit Vorliebe handelt,. die Exegese erfüllt ist und die Predigt widerhallt, davon singen auch die Dichter. Zahual 95) ist wohl der Erste, der in einem religiösen Hymnus der Sinne gedenkt, doch geschieht dieses nur unvollständig nach der Vorlage des von ihm eigentlich nur versificirten Jezirabuehes Isak Ibn Gajjat90) preist sie unter den Wundern, deren Aufzählung einen seiner Physiologie betenden Gesänge erfüllt. Juda Halewi97) mahnt zur Flucht vor den Sinnen. Aber erst eigentlich Abeaham Ibn Esba u8) gelingt es, in seinen synagogalen Poesieen die Sinne selbst zur Andacht zu zwingen. So, wenn er singt: Was du auch siehst, dein Blick geniesst doch Nichts, was Ihm kann gleichen, Nichts hört dein Ohr, als* Preis vom Chor aus Seinen Weltenreichen. Es kann der Duft, der füllt die Luft, _ dem Urquell nur entweichen; 93) Ygl. Zunz, Zur Geschichte p. 129 und die Übersetzungsproben p. 149 ff., wo gleich das erste Gleicliniss von der Perlenschnur Bachja’s Eigenthum ist IX, 5; p. 420. 94) תגמולי הנפש ed. Halberstam f. 22 b. 95) Ygl. Zunz, LG. 128 ff. und S. D. Luzatto’s hebräische Briefe p. 196. S. G. Stern hat das Gedicht in seinem מהזוד (Wien 1859) III, 133 ff. zum ersten Male veröffentlicht, s. v. 135—142. 96) שפתי רננות f. 92b: זוהר הגוף הפארת בחמש הדגשות * בעין ואוזן ואף וחיך ויד ממששות * חפציו עתים משלימות ורצות והשות * עת לעשות ליי׳. 9בתולת בת יהודה (ל ed. Luzzatto p. 71: נטה מעל עצתה אל עצת אל וסור מעל המשת הדגשים. 98) Ich theile diese Strophe von Ibh Esra’s אסיר תקוה nach cod. liturg. St. Petersburg 124 4° f. 77 b mit :

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