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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1884-01-01 · [7.] für das Schlujahr 1883-84 (1884) · page 18

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[7.] für das Schlujahr 1883-84 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Die Sinne in der Allegorese. der Verführung, die alle Sinne umschmeichelt; nur der Gehörsinn muss leer ausgehen, da die heimliche Sünde der Stille bedarf. Ihn sehen wir auch nach der Bemerkung Meie Arama’s 18) beim Festmahle des Ahasveros zu kurz kommen, bei dem sonst alle Sinne königlich bedacht erscheinen, weil es Allen gleich angenehme und wohlthuende Töne nicht gebe. Im hohen Liede 2, 11—13 sieht Isak Arama 18) den Dichter den!1rühling schildern, wie er mit seiner Lust durch alle Thore unserer Sinne einzieht. Umgekehrt findet ein Büssen aller fünf Sinne Salomo Halewi 19) in den Klage- Uedem 3, 14—17 ausgedrückt. Für die typisch-allegorische Schriftauslegung bildet das Hineindeuten der Sinne eine wahre Lieblingsbeschäftigung. Besonders die Fünfzahl war es, die bei allen möglichen und oft auch unmöglichen Gelegenheiten dieses Thema als das Andere herbeizuziehen aufforderte, auf das die Worte der Schrift hindeuten sollten. Mag auch dem Zeitalter der pneumatischen Post die pneumatische Exegese nicht immer geschmackvoll erscheinen, sie hat lange mit Ehren geherrscht, in der Synagoge wie in der Kirche, und dem Typus von den Sinnen gebührt ein ansehnliches Oapitel in ihrer Geschichte. So deuten Ex. 25, 33 für Levi b. Gerson 20) an jedem Greises, dass die Musik in Folge der ekstatischen Zustände, die sie leicht hervorrufe, die Tafelfreuden verhindern könne und darum wegfallen musste. Almosnino widerlegt Arama’s Annahme, indem in Bezug auf den Geruchsinn z. B. viel stärkere Idiosynkrasieen obwalten, und findet den Grund vielmehr darin, dass die Beschäftigung des Gehörs die übrigen Sinne störe und daher den Genuss am Mahle beeinträchtige. Jakob Gavison f. 19c führt aus, wie die Musik auf verschiedene Temperamente verschieden wirke. Einst, so will er in medicinischen Büchern gelesen haben, rettete sich ein jüdischer Gesandter, den ein muhammedanischer Herrscher an einen christlichen Hof geschickt hatte, nur dadurch vor den Nachstellungen des Königs, der ihn zu Tode musiciren wollte, dass er unter den Kleidern sich zu Ader liess. Um jedoch auch den Gehörsinn beim Becher nicht leer ausgehen zu lassen, habe ein arabischer Dichter die Strophen seines Weinliedes mit dem "Refrain geschlossen : Lass Wein mich schlürfen, doch Sprich mir dazu : Ich bin der Wein. Der Vers findet sich, wie mich Prof. W. Ahiavardt belehrt hat, in seiner Ausgabe des Abu Nowäs (Diwan I, fA Nr. 29), jedoch als Anfang eines Weinliedes, in anderem Sinne und in der Fassung :!8) f. 280 \ Für אשד תאמרו ist wohl zu lesen: אשר לא תאמרי. 19) f. 282 c. 20) פירוש על התורה (Venedig 1547) f. 105 eine x^llegorese, gegen die Abravanel a. a. 0. f. 191 b sich ereifert.

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