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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1884-01-01 · [7.] für das Schlujahr 1883-84 (1884) · page 14

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[7.] für das Schlujahr 1883-84 (1884)
Date
1884-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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8 Aber was immer auch, die Gründe dieser Erscheinung gewesen sein mochten, der Antkeil der Juden an der Erhaltung und Vermittelung der Wissenschaften war unbestreitbar ein bedeutender und die Geschichte hat alle Veranlassung, der jüdischen Litteratur des Mittelalters sich aufmerksamer zuzuwenden. Freilich ist für die eigentlich wissenschaftlichen Zweige derselben die Buchdruckerkunst zu spät erfunden worden; der grösste Theil ihrer Leistungen blieb in den Handschriften und die Herausgeberthätigkeit fände ein fast unabsehbares Gebiet, wenn hier mit der Förderung des bereitliegenden Stoffes Ernst gemacht werden sollte. Aber theils darf der handschriftliche Zustand der Quellen kein Hinderniss sein, theils ist an wissenschaftlichem Gute so viel in das zugängliche Schriftthum übergegangen, dass ein Versuch, aus diesem allein die Vorstellungen von den einzelnen Wissensgebieten zu-fällen, bereektigt und dankenswerth wäre. Und wenn es auch nur die Bestätigung des von andersher Bekannten wäre, was hierbei zu Tage kommt, nur der erneute und erweiterte Nachweis von der Weltherrschaft der Begriffe, von der allgemeinen Verbreitung der Anschauungen, durch die das Mittelalter dem Gedanken einer Weltliteratur näher war als wir, die Gulturgeschichte kann nicht genug Material für ihre Schlüsse, nicht genug Balken für ihren Bau haben. Das, was das Mittelalter unter Wissenschaft verstand, war ein Universales, das nicht die Verschiedenheit der Länder, ja nicht einmal der Gegensatz der Religionen veränderte; Islam, Judenthum und Christenthum wiederhallen von der gleichen Weisheit. Darum ist hier die Erforschung der einen Litteratur nicht minder wichtig als die der anderen. Wenn so die Aufsuchung dieser geistigen Spuren die allgemeine Geschichte der Wissenschaften besser fundiren und ergänzen hilft, so ist sie andererseits auch für die Erkenntniss der jüdischen Litteratur selber von oberster Wichtigkeit. Ohne Erforschung des Gemeinsamen giebt es keine Ermittellung des Eigentümlichen, wie ohne Grundniveau keine Höhenmessung. Der schadenstiftende Dilettantismus greift Ansichten zur Kennzeichnung von Männern den Galenus oder die Medicin allein, sondern auch die Philosophie der jüdisehen Jugend gestatte, weil sonst kein Jude zum Christen-thum übergehen würde , ein merkwürdiges culturgeschichtliches Zeugniss für die jüdischen Ärzte und gegen die Philosophen, für das Josef Jabez viel gegeben hätte, wenn es in seinem.אור החיייים ihm bekannt gewesen wäre.

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