Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [3.] für das Schlujahr 1879-1880 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 32)
- Language
- German
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30 Jehuda Halewi 1141. hin betrachtet, wird auch die Voraussetzung gerechtfertigt erscheinen, dass ihm das Buch des Spaniers Batlajüsi nicht werde unbebannt geblieben sein. Allein mehr als eine Yermutliung ist bei dem trümmerhaffcen Zustande, in dem die spärlichen Reste von Mose Ibn Esra’s philosophischem Werke1) uns vorliegen, nicht gestattet. Kaum darf in der selbst noch fraglichen2) Verwandtschaft der Titel beider Schriften ein Anhaltspunkt für die Behauptung gefunden werden, dass Mose Ibn Esra die Arbeit Batlajösi’s gelesen habe. Wenn man die Gelehrsamkeit Jehuda Halewi’s in der philosophischen Literatur der Araber betrachtet und im Besonderen seiner Vertrautheit mit den Schriften Gazzali’s gedenkt,3) die ich hier mit dem Quellennachweise für eine seiner merkwürdigsten Ausse- •rangen 4) durch ein neues Beispiel zu beweisen in der Lage bin, so sonders sich würdigen lässt, wenn man sie mit der Wiedergabe bei Ibn Fala־ quera (37 ,111 ליקוטים) vergleicht. Der wahrscheinlich dem arabischen Original nachgebildete Ausdruck ה1ג המושפלות hat Nichts mit Batlajitsi’s Typus zu thun. נ) Es wird wohl doch gegen Steinschneider, Cat. Bodl. p. 1811 Dukes גנזי אקספורד (ed. Edelmann) p. 57 zuzustimmen sein, dass M. Ibn Esra’s Werk hebräisch geschrieben war. Hieraus erklärt sich dann die nur bei einem- Sprachkünstler gleich ihm zu erwartende Eleganz der Übersetzung, wie denn auch der Zweck des im Ganzen nur eklektischen Werkes verstähdlicher wird, wenn wir es als eine vom Hause aus nur als hebräische Wiedergabe arabischer Gedanken berechnete Blumenlese betrachten. 2) Steinschneider, Cat Bodl. p. 1811 hält es für unzweifelhaft, dass die von Mose Ibn Esra angeführte Schrift ^Xxjo &SUJi.SsJ[y identisch sei mit seinem ערוגת הבושם• Allein abgesehen davon, dass diese wahrscheinlich hebräisch verfasste Schrift nicht einen arabischen Titel getragen haben dürfte, ergiebt auch Mose Ibn Esra’s eigene Äusserung am Schlüsse seiner Biographie IbnGabirol’s (Cat. Bodl. p,2316), dass eine, wie es scheint, in das Gebiet der Poetik gehörige Arbeit gewesen sein muss. Vielleicht soll auch der Name ערוגת הבושם den Charakter der Schrift als philosophische Blüthenlese bezeichnen. 3) Vgl. meine Attributenlehre p. 119 ff., Jehuda Ualeiui p. 26 n. 2. 4) Der Vergleich der natürlichen, nicht durch Dialektik erworbenen Gläubigkeit mit dem angeborenen metrischen Gefühl Kusari ed2. Cassel V, 16; p. 408 lautet nach einer Mittheilung Adolf Neubauer’s im Oxforder Original f. 187a folgendennaassen :