Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [3.] für das Schlujahr 1879-1880 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
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25 formelhaften Ausdruck vom bildlichen Kreise, sondern auch durch andere Anzeichen eine Bekanntschaft mit BatlajijSi’s Buche zu verrathen scheint. Wiewohl der Annahme einer Benutzung Bat- LAjftsi’s durch R. Haja der Zeit nach Nichts im Wege steht, so dürfte dennoch hier sowohl wie an den übrigen von Botarel im Namen dieses Gaons angeführten Stellen von R. Haja völlig abzusehen sein. Botarel braucht darum kein Fälscher1) gewesen zu sein; dass es aber nicht R. Haja’s, sondern pseudepigraphe, untergeschobene Schriften waren, die er auf Treu und Glauben citirt, scheint schon daraus hervorzugehen, dass Ib\t Esra2 3) darin öfters benutzt und sogar wörtlich ausgeschrieben wird. Weit entfernt, diese Ausserung R. Haja’s als Beweis des frühen Eindringens Batlajtjöi’s in die jüdische Literatur verwerthen zu wollen, benutze ich sie vielmehr im Zusammenhalt mit den übrigen bekannten Argumenten als ein Zeugniss gegen die Echtheits) der von Mose Botarel im Namen R. Haja’s überlieferten Stücke. Wiewohl die bildlichen Kreise zur Gattung derjenigen BaehjaIbn Schriften gehören, die der Verfasser der HerzenspflieMen 4) ihrer Faküäa 1040. ן) Als Erfinder seiner Citate haben Botarel bezeichnet Rapoport, Bicure Hciitim IX (1828) p. 86, X im Leben R. Haja’s p. 95, Zunz, die gottesdienstlichen Vorträge der Juden p. 407b, Steinschneider in Erscii und Gruber II, 81 p. 403 n. 31, Cat. JBodl. 1713 und 1780. Dükes, der Beiträge IT, 104 Botarel ״ziemlich leichtgläubig“ nennt, nimmt auch in diesem Falle an, dass Botarel nicht gefälscht, sondern Untergeschobenes ״ohne Kritik für echt gehalten“ habe (Ben Chananja VII, 428). 2) Jellinek selber weist an unserer Stelle darauf hin (a. a. O. p. 16 n. 24), dass die Worte: כי הנכבד באדמה הוא האדם ע״כ היתד, צורת הכלובים הנכבד שבאדם ישראל * * bei Ibn Esra zu Ex. 33, 21 Vorkommen, ohne die wörtliche Entlehnung zu betonen. Ebenso erinnern die Worte Pseudo-HÄJA’s bei Botarel f. 50b : ולא אהיה רכיל מגלה סוד an die Worte Nachmani’s gegen I. E. zu Lev. 16, 9, wie nicht minder f 61b die Behauptung : והוא שם העצם וכל שאד השמות הם תאיים לא עצמיים an Ibn Esra zu Exodus 3, 15 anklingt. Auch die Auseinandersetzung über die Buchstaben f. 61a enthält Bestandtheile offenbar nach R. Haja verfasster Schriften. Als ein Saminelsurium aus Ibn Esra und Isak Ibn Latif hat diese Stücke richtig erkannt S. Sachs, Kerem Cherned VIU, 92. 3) Die Echtheit unseres von Botarel mitgetheilten Fragmentes haben Krochmal a. a. 0. und Jellinek a. a. 0. p. 9 ff., der sogar aus der Sammlung ähnlicher Stellen ״einen Einblick in das kabbalistische System des Gaon Haja“ erwartet, durch ebenso unechte Zeugnisse zu stützen versucht. Es ist der alte circulus vitiosus (Cat. Bodl. 1780), in dem sich Beide bewegen. 4) Vgl. meine Theologie des Bachja Ibn Pakuda p. 70 n. 3.