Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [3.] für das Schlujahr 1879-1880 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
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28 ten nicht, welche einer zuverlässigen Abgrenzung und Kennzeichn nung dieses Einflusses störend entgegentreten. Streng genommen kann in einem Gebiete, auf dem noch nicht alle Quellen bekannt und erschlossen sind, nur die wörtliche Entlehnung oder die ausdrückliche Nennung als Beweis dafür gelten, dass ein Buch von einem Autor gelesen und benutzt wurde. In der jüdischen Religionsphilosophie wurde aber bis nach MaimAni das Nennen von Namen und das Citiren von Quellen so spärlich gehandhabt, dass wir gerade für diese Blüthenepoehe des jüdischen Denkeus in der Quellenforschung auf das Zerlegen und Vergleichen, im Ganzen also auf britisches Vermuthen angewiesen sind. Dieses gleichsam chemische Verfahren des Scheidens und Bestimmens bei Verbin־ düngen, deren Elemente noch nicht ausreichend erforscht sind, macht denn auch die Aufsuchung der Spuren BatlajÖsi’s bei aller Vorsicht zu einem bedenklichen Geschäft. In der uachmaimüniscken Epoche dehnt sich jedoch durch das ״ Eindringen der Philosophie in die Schrifterklärung und in die Predigtliteratur das Feld der Untersuchung derart in die Breitei dass jeder Versuch, die Spuren eines Werkes auf diesem weitgestreckten Gebiete sammeln zu wollen, des Anspruchs auf Vollständigbeit von vornherein sich begeben muss. Ruht doch selbst ein bedeutender Theil des Schriftthums, das zum Behufe einer solchen Arbeit gemustert werden müsste, noch handschriftlich und unerforscht in den Bibliotheken der verschiedensten Länder. Mögen nun aber auch die Beziehungen, die ich zwischen den Werken jüdischer Religionsphilosophen und dem Buche BatlajAsi’s nach geschichtlicher Reihenfolge hier darzulegen gedenke, als zufällige Berührung oder als wirkliche Abhängigkeit sich deuten j lassen, in jedem Falle werden die Äusserungen des arabischen f Denkers als Parallelen und Ausführungen für verwandte Gedanken j in der religionsphilosophischen Literatur der Juden gelten können. Der gezeichneten Unsicherheit in der Quellenforschung der vormaimünischen Periode folgend, wird auch diese Darstellung mit ) unsicheren und leisen Spuren zu beginnen haben, um dann auf '1 sicheres Gebiet, zu offenbaren Entlehnungen und unzweifelhaften Anführungen überzugehen. R. Häja Gaoi? Als die älteste Spur Batlajösi’s in der jüdischen Literatur gest. 1028. ■1