Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [3.] für das Schlujahr 1879-1880 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 17)
- Language
- German
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15 der Überschrift 4° ,עגולה רעיונית. Die Blätter 1, 2,21 der in schlecktem Zustande befindlichen Handschrift fehlen, sind aber von jüngerer Hand ersetzt. Sie ist 21 Blätter stark, von je 30 Zeilen Höhe und schöner italienisch rabbinisclier Schrift. (Im Jahre 1870 von L. Schönblum angekauft). Sie gehört zu derselben Gruppe wie die Münchener und kann sogar als ein schlechter Abklatsch aus der uncorrigirten Vorlage derselben bezeichnet werden, da sie meistens all die Lücken und Homoioteleuta zeigt, die später in jener am Rande oder zwischen den Zeilen ergänzt erscheinen. Vgl. die besonders auffälligen Beispiele dieser Übereinstimmung p. 29 in den Anmerkungen. Wo sie mit einer Leseart allein steht, da ist diese von vomherein als Fehler verdächtig. Die Unwissenheit des Schreibers verräth sich durch die fälsche Schreibung der fremden Eigennamen, wie oft ארסתו und אפלתון• Die Vergleichung dieser Handschrift und die darauf bezüglichen Daten verdanke ich Prof. Dr. S. M. Schiller- Szinessy in Cambridge. Es zerfallen somit diese Handschriften in zwei Familien, unter denen der grösseren nicht nur in Folge der Stimmenzahl, sondern ganz besonders wegen der Correctheit der Lesearten und ihrer Übereinstimmung mit dem Original der Vorrang zuzuerkennen ist. Sämmtliche Varianten der hier besprochenen Codices haben in den Anmerkungen dieser Ausgabe in der Weise Raum gefunden, dass zu jeder Stelle sofort das handschriftliche Material überblickt und um Auskunft befragt werden kann. Neben der wohl überall erkennbaren Auslese derjenigen Varianten, die nach sorgsamer Prüfung für den Text zu verwerthen waren, habe ich auch die abgewiesenen nicht unterdrücken zu dürfen gemeint, um so jedem Urtheil die Gründe, jedem Schritte den Rechenschaftsbericht folgen zu lassen. Ohne mich sklavisch an Eine Handschrift zu binden, da dies in unserem Falle der unwissenschaftlichste Weg gewesen wäre, bin ich gleichwohl, besonders in der Orthographie der Münchener gefolgt, von der ich nur bei entscheidenden Beweggründen unter der Führung des Originals und der vorzüglicheren Gruppe abgewichen bin. Beide mussten zuRathe gezogen werden, da das Original allein niemals ein genügendes Kriterium für das bildet, was Mose Ibn Tibbon geschrieben haben mochte oder nicht. Ich habe in der Angäbe der Varianten auf die philologische Hieroglyphik zu Gunsten der grösseren Deutlichkeit und Lesbarkeit verzichten zu müssen