Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [3.] für das Schlujahr 1879-1880 (1880)
- Date
- 1880-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
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.5 rulit, wie die älteren Werke dieser Art, nur auf der allerdings dankenswerten, weil entsagungsvollen Erforschung schwerfälliger und verstümmelter lateinischer Übersetzungen. Die Folgen dieser Unkenntniss und Vernachlässigung arabischer Gedankenarbeit treffen ganz besonders die Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie. Hier kann von zuverlässiger Charakteristik eines Denkers oder vollends einer Richtung so lange nock keine Rede sein, als nicht der Antheil arabischer Vorarbeiten mit Sicherheit festgestellt ist. Dieser Antheil kann aber nicht gross genug gedacht werden. Jede bedeutendere Erscheinung auf dem Gebiete der arabischen Philosophie ist von Juden beachtet, erforscht, benutzt worden; dem Auftreten einer neuen arabischen Leistung fehlt hier selten das jüdische Nachbild. Und doch wäre der Vorwurf der Unselbstständigkeit, der knechtischen Abhängigkeit, auch nur gegen einen einzelnen Denker ausgesprochen, vorläufig noch übereilt, ein Absprechen in Pausch und Bogen über die gesammte religionsphilosophische Literatur der Juden aber sicherlich ein leichtfertiges Vorurtheil. Denn die Behauptung dieser Abhängigkeit schlechthin ist heute selber noch mehr eine nach mehrerern in die Augen springenden Beispielen vorweggenommene Verallgemeinerung als ein auf der breiten Grundlage der erforschten Thatsachenreihe beruhender Ausspruch. Es kann eben nach dem, was wir bisher wissen, nur die Erwartung ausgesprochen werden, dass jeder Schritt, der in der Erkenntniss der arabischen Philosophie nach vorwärts gemacht wird, auch für die jüdische eine Förderung bedeutet, ein abschliessendes Urtheil über ihre Leistungen muss aber für die Zeit aufgespart werden, in der wir über das Maass ihrer Benutzung arabischer Vorarbeiten im Klaren sein und die Elemententafel werden überblicken können, die den Schlüssel ihrer Erscheinungen enthält. Ausgaben, Ausgaben arabischer Quellenschriften sind es also, zu denen die Wissenschaft der mittelalterlichen, insonderheit der jüdischen Philosophie und Religionsgeschichte vor Allem hindrängt. Vorzügliche Aufmerksamkeit scheinen mir hier aber diejenigen Werke zu verdienen, die entweder die arabischen Bearbeitungen von nichtaristotelischen Denkmalen griechischer Philosophie enthalten oder die Leistungen von Denkern darstellen, die nicht gerade ängstlich sich in der Radspur des aristotelischen Geistes be-