Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 137)
- Language
- German
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121 den halachischen_und agadisehen Belehrungen. Anknüpfend an den alten Satz, dass seit der Zerstörung Jerusalem’s ein Fluch auf der Welt laste, erklärt er, die Wirkungen desselben werden nur gemildert durch das gemeinsame Gehet der Heiligung am Schluss des halachischen Vortrages und durch die von der Gemeinde anzustiinmende Benediction nach dem Agadavortrage. 32) Das Beispiel der Agadasammlung zu den Klageliedern beweist, dass Baba besonders die Agada Jochanan’s, welche, wie scholl gezeigt worden, in Babylonien sehr verbreitet und beliebt war, sich angeeignet hatte und in seinen Vorträgen benützte. Das wird auch durch die nähere Untersuchung seiner eigenen agadisehen Aussprüche bestätigt. Von seinen Ausführungen zum Estherbuche lässt sich ein grosser Theil in Esther rabba oder dem andern palästinensischen Midrasch zu diesem Buche, Abba Gorion, 33) nachweisen, wo die betreffenden Sätze zwar zum Theil anonym sind, also auch umgekehrt aus der Agada Baba’s entlehnt sein könnten, aber dennoch den auch durch die Analogie wahrscheinliche^ palästinensischen Ursprung deutlich genug bekunden. 34) Baba begnügte sich nicht mit der blossen Wiedergabe der palästinensischen Sätze, sondern modificirte die- 32) קדושה דסידרא ויהא שמיה דבא דאגדתא ... Sota 49a. Raba deducirt seinen Satz aus Hiob 10,22, wo er סדרים als die beiden Arten von Yorträgen, halachisch und agadisch, erklärt. סידרא (vgl. j. Pesach. 30d oben עד יפני סדרא) findet sieh z. B. in dem Amtsnamen ריש סדרא und ist gleichbedeutend mit פירקא Ygi. מפרקיה דרבא. Makk. 11a; Pes. 50a; Ned. 23b. Anders Raschi z. Stelle, und J. E. Löwy in Bikkoreth Hattalmud, S. 50. 33) Herausgegeben von Jellinek in Beth Hammidrasch, erster Band. 34) Es ist leicht erklärbar, dass Sätze, die gewissermassen zum Gemeingute der Agada geworden, ohne Autor angeführt wurden. Nur ein für unsere Untersuchung ' interessantes Beispiel sei angeführt. Zu Ecfia 2, 16,17 bemerkt Raba im Namen Jochanans (Synh. 104b), dass der Buchstabe Pe deshalb dem Ain in der alphabetischen Ordnung des Capitols vorangesetzt sei, weil die Kundschafter mit ihrem Munde — פה — aussagten, was sie nicht mit dem Auge עין - ־ - gesehen hatten. Dieselbe Bemerkung steht in Echa r. zu 2,16 anonym (jedoch nicht auf die Kundschafter, sondern passender auf Israel selbst bezogen.)