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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1878-01-01 · [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878) · p. Seite 112

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 112 (sequence 128)
Language
German
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112 Bei Abaji finden wir zum ersten Male don einfachen, geraden Wortsinn der b. Schrift in principieller Bestimmtheit von dem durch midraschische Auslegung ihr vindicirten unterschieden. 19) ״Worauf bezieht sich der gerade Sinn dieser Schriftstelle?“ Diese Frage richtet er an Dimi zu Spr. 25,2 0 20); und dieselbe Frage stellt er noch zu anderen Bibelsätzen, die halachisch angewendet worden waren. 21) Ihm gehört auch ein für das Verständniss der talmudschen Exegetik wichtiger Grundsatz, den er an eine Ansicht Jochanan’s 22) anknüpft und mit den Psalmworten, 62,12, ״eines hat Gott geredet, zweifach höre ich es“, begründet. Er lautet: ״Ein und derselbe Bibelsatz kann wol auf verschiedenen Inhalt bezogen werden, jedoch nicht derselbe Inhalt auf verschiedene Bibelsätze. 26) Dieser Grundsatz zeigt deutlich, dass Abaji die Vieldeutigkeit des Bibel- Wortes annahm, während jene Fragen nach dem geraden Sinne einen Satz Chanina’s citirend: ״Vor Beschämung des Nebeninensehen.“ Dimi pflegte palästinensische Ansichten, für die er den Autor nicht angeben konnte oder dj.e dem Volksmunde entnommen sind, mit den Worten einzuleiten : אמרי במערבא Man sagt im Westen. S. Erubin 3a, Chag. 15b, Joma 55b, Taan. 10a, Meg. 18a. Kethub. 17a, Synh. 69a, 70a, 100a, Zebach. 105a, Bechor. 8a. 19) Als Abaji einige Stellen des Buches Ben Sira vertheitigte, that er dies bei der ersten derselben sowol hinsichtlich des geraden, als des allegorischen Sinnes: אי מפשטיה אי מדרשא , Synh. 100b. 20) chuiiin 138a פשטיה דקרא במאי כתיב. 21) Zu einer Benutzung von Exod. 27,18 durch Jehuda (ErubinVSb), sowie zu einer von Jochanan tradirten altern halachischenA Anwendung von Deut. 13,7 (Kidd. 80b) beantwortet Ab. dieselbe Frage. Auch in Kethub. 111b, wo die Antwort (zu Gen. 49,12) in einer von Dimi mitgetheilten Erklärung besteht, mag die Frage von Abaji herrühren. In Arachin 8b knüpft sich die Frage, mit einem Ausspruche Jehuda’s beantwortet, an eine agadische Deutung Papa’s, des Haupt- Schülers Abaji’s (zu \p 36,4). Ausserdem ist d״e Frage noch Chullin 6a zu lesen, wo die Antwort einer Barajtha entnommen wird. 22) ״Bei Abstimmungen im Synhedrion werden zwei identische, wenn auch mit zwei verschiedenen SchriftstelJen begründete Ansichten nur als eine angesehen.“ 23) Synh. 32a. מקרא אחד יוצא לכמה טעמים ואין טעם אחד יוצא לבמה מקראות. Über die dazu als Beleg angeführte IsmaeFsche Barajtha s. mein Abraham Ibxi Esra’s Einleitung zu seinemPent.-Commentav, S. '76, Anm. 2.

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