Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 127)
- Language
- German
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111 der die mitgetkeiltcn Aussprüche mit ihm discutirte. 14) Dieselben waren auch agadischer Natur und Abaji pflegte sie seinem Lehrer Josef mitzutheilen, der aber diese Empfänglichkeit seines Schülers für die neuen Traditionen nicht gerne sah. Einmal brachte ihm Abaji einen von Dimi tradirten Satz Jehuda’s, des Patriarchen, wonach alle Gottesheiligthümer Israel’s auf dem Gebiete des Stammes Benjamin waren (nach Deut. 83,12); da fuhr Josef in seiner polternden Art auf und sagte : ״Einen Sohn hatte Kailil — so hiess A.’s Vater — und auch der ist nicht gerathen! Besagt denn nicht ip 78,60,67, dass Schilo in Ephraim war?“ Zu Dimi’s Erzählung* dass noch niemals ein Mensch im Meer yon Sodom — todtes Meer — untergesunken sei, spottete Josef mit einem schwer wiederzugebenden Wortspiel: ״Zerstört ist Sodom und sinnzerstört ist dieser Ausspruch! 1a) Also gehen nur Menschen dort nicht unter, wohl aber Balken.“ 17) — Abaji, der in diesem letztem Falle Dimi in Schutz nahm, sah in ihm den Vertreter der palästinensischen Schule, den berufenen Interpreten der heiligen Schrift, und er pflegte sich, um die Art, wie man ״im Westen“ die eine oder andere Bibelstelle deutete, an ihn zu wenden. 18) 14) S. Sabb. 63b; Erubin 22b; Joma 69b; Nazir 36ab, Baba Kainma 43b; Aboda zara 14b; Synh: 20b; Bechor. 22a; Temura 4b. — Abaji hielt die Palästinenser sehr hoch und sagte: Einer von ihnen ist mehr werth als zwei von uns. Kethub. 75a. Zu der Bestimmung der Mnchna, Pesach. 7,1 ,dass, wer nach einem andern Orte komme, sich in den religionsgesetzlichen Gebräuchen nach den etwaigen Erschwerungen des neuen Wohnortes zu richten habe, erklärt Abaji, das gelte wol für Jemand der von Babylonien nach Palästina kömmt, aber nicht umgekehrt; ״denn da wir ihnen unterordnet sind, müssen wir gleich ihnen thun“ כיון דאנן כייפינן להר עבדינן כוותייהו Pesach. 51a. Vgl. auch die Erzählung in Berach. 47a, wo Abaji eine scheinbare Unehrerbietigkeit Rabbi ns gegen ihn sich damit erklärt, dass dieser, weil er aus dem ״Westen“ komme, sich überhebe. 15) Zebach. 118b. ,6) הפוכה סדום והפוכה מלה; mit Anspielung auf ויהפך Gen. 19,2־, vgl. Echa 4,6. 17) Sabb. 108b. '8) s.‘synh. 44b, zu Spr. 25,9 (.(האי קרא במערבא במאי מוקמיתו לה ״Wovor hütet ihr euch im Westen am meisten“, (in moralischer Beziehung), fragte ihn Abaji, Baba mez. 58b; Dimi antwortet.