Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 125)
- Language
- German
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109 Gegensatz zwischen dem scharfen, rasch und gewandt urtheilen* dem Geiste Raba’s und der schwerfälligeren, bedächtigen Intelligenz Abaji’s ist sinnig gekennzeichnet in einer Erzählung aus ihrer Kindheit. Beide sassen yor Rabba, der, um den Fortschritt i 114er erwachenden Geisteskräfte zu prüfen, sie fragte: zu wem betet man P Sie antworten: zu Gott! 8) Auf die weitere Frage, wo denn der liebe Gott wohne, geht Abaji hinaus und zeigt zum Himmel, während Raba sitzen bleibt und unbeirrt zur Zimmerdecke hinaufweist. 9) Josef’s Einfluss auf Abaji zeigt sich besonders deutlich in der Art seiner agadischen Aussprüche und Bemerkungen. Ein grosser Theil derselben bezieht sich auf Aussprüche älterer Lehrer, dieselben ergänzend und erläuternd oder berichtigend. 10) (Num. 24,8, Ezech. 28,34, vgl. Jerem. 50,17 und Targ. zu y 27,2) beweist. In En Jakob ist die Variante מגרריתו. Zur Sache selbst ist aufklärend Raba’s eigene Deutung zu להג בשר, Kobel. 12,12 ״Wer in den Worten der Weisen forscht, empfindet den Geschmack von Fleisch“ Erubin 21b (כל ההוגה בהן טועם טעם בשר). Was er aber unter diesem Forschen — הגה — verstand, zeigt seine von y 1,2 geknüpfte Mahnung: לעולם ילמוד אדם תורה ואחר כך יהגה ״Stets lerne der Mensch vorher, dann forsche er“ (Berach. 48b, Ab. z. 19b). Die hebräischen Ausdrücke למד und הגה haben also hier dieselbe Bedeutung, wie sonst die aramäischen Schulausdrücke גמר und סבר. Die dürren ״Knochen“ sind demnach ein Bild des trockenen Lehrens überlieferter Ansichten, welche erst dadurch sehmackhafter werden, dass sie mit dem ״Fleische“ frischer, lebensvoller Diskussion umkleidet werden. — Raba war es auch, der behauptete, dass, worauf es beim halachischen Vortrag ankömmt, vor Allem die dialektische Erörterung ist: אגרא דשמעתא סברא Berach. 6a. 8) לרחמנא• In dieser Erzählung sieht man besonders deutlich, was übrigens auch sonst erwiesen ist, dass רחמנא die beliebteste Be-, Zeichnung Gottes im Volksmunde war, woher dann auch die hervorragende Stellung zu erklären, welche dies Wort unter den Gottesnamen des Korans (racliinän) einnimmt. 9) Berach. 48a. 10) Beispiele: Zu Sätzen von Simon b. Jochai, Baba bathra 16b; Jose b. Jehuda, Baba mezia 49a; Issi b. Jehuda (zu y 28,5), Joma 76a; Simon dem Frommen, Kerithoth 6b; Bar Kappara, Berach. 6a; Jo- : chanan (Ezech. 20,25), Megilla 82a, (Jes. 6,10) R. H. 17b; Chama b. Chanina, (II Kön. 8,9) Chullin 7b; Rab (Jes. "5,17), Pesach. 68a, (Joab’s Irrthum) Makkoth 12a, (Ezech. 87,25) Synh. 98b; Samuel (die Cherubim) Baba bathra 99a, (die Nachkommen der Priester-