Mannheim
Compact Memory

Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1878-01-01 · [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878) · p. Seite 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 98 (sequence 114)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3122061-3122062--0114-3122344
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

98 Wenn man demnach mit diesem angeblichen^ Aufenthalte im heiligen Lande die zuerst bei Abraham ihn Daud (12. Jhdt) ihres Urhebers vortrug, ist eine in der Traditionsliteratur gewöhnliehe Erscheinung. (S. Seder Haddor. Einleitung), b) Als Rabba vor Chisda Lehrsätze Joehanan’s anführte, sagte m* ihm: ״Wer hört auf dich und deinen Lehrer Jochanan?“ (מאן ציית לך ול' יוחנן לבך). Wenn man aber näher zusieht, merkt man, dass Rabba in den beiden betreffenden Fällen Aussprüche Jochanans vortrug, von denen einen (Schebuoth 10b) Ulla, den andern (Nedar. 59a, vgl. 57b) Isak ihn gelehrt hatte. Chisda nennt Jochanan nur in uneigentlichem Sinne den Lehrer Rabba’s; vgl. auch Pesach. 33b. — c) Dimi, der dem Abaji sehr oft Sätze Jochanans mittheilte, thut dies zweimal mit den einleitenden Worten קלקפנא חזיתיה ללישך ביני עמודי כי אמל ל' יוחנן להא שמעתא d. h., nach der traditionellen Erklärung: ״Hoher Mann, ich sah dein Haupt zwischen den Säulen (des Lehrhauses), als Jochanan dies lehrte.“ ״Dein Haupt“ bedeutet nun nach Tossephoth (Jebam. 78a und Erubin 22b) Rabba, Abaji’s Lehrer, den Dimi gleichsam als Wahrheitszeugen für seine Tradition erwähne. Doch muss hier den eigenthümlichen Worten ein anderer Sinn zugeschrieben werden; Dimi will vermuthlich sagen : Ich selbst sah dein Haupt hervorragen zwischen den Säulen des — pumbedithanischen — Lehrhauses (d. h. du warst ja zugegen), als ich im Namen Jochanans diesen Satz vortrug. פי אמל לבי יוחנן ist abge. kürzte Ausdrucks weise für כי אמלי אמל ל׳ יוחנן Vgl. Synh. 100a מאי טעמא לא שכיחת באגדתא כי אמרי במערבא. d) Grätz fahrt als sichern Beweis dafür, dass Rabba in Judäa gewesen, die Erzählung in Baba mezia 6b an. Oschaja bittet ihn, wenn er nach Kafri zu Chisda komme, ihn in einer halachischen Frage um Aufschluss zu bitten. Es handelt sich um die Benützung eines Badehauses, von dem ״Chananja, Oschaja und die übrigen Gelehrten“ sich ferne hielten. Die Genannten aber, sie gelten als die Brüder Rabba’s, lebten in Tiberias; von hier aus also ging Rabba nach Sura. (S. Grätz, Geschichte der Juden, IV, 492). Aber auch dies Argument hält nicht Stich; denn die Erzählung ist mit dem Aufträge Oschaja’s und der Ankunft Rabba’s in Sura nicht zu Ende. Vielmehr wird weiter berichtet, Chananja hätte Jur Unterstützung der Ansicht Rabba’s, welche dieser in Sura dem Hamnuna entgegenhielt, ihm eine Barajtha angeführt; dagegen habe Abaji eine Einwendung gemacht. Diese Unterredung zwischen Chananja, Rabba und Abaji kann, da Letzterer gewiss nicht in Palästina war und auch eine zweimalige Reise Rabba’s dorthin .unwahrscheinlich ist, nur in Pumbeditha stattgefunden haben, als Rabba dorthin zurückkehrte. Man muss also annehmen, dass auch Chananja und Oschaja ein Zeitlang in Pumbeditha lebten. Dass Oschaja von Nahardea nach Pumbeditha

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.