Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 94)
- Language
- German
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78 2,3 vorgetragen, wonach unter den ״vier Schmieden“ die dereinstigen vier Wiederhersteller Israels gemeint sind, der Messias aus dem Hause David, der Messias aus dem Hause Josef, der Prophet Elia und der Hohepriester; als Schescheth dagegen einen Einwand erhob und dieser durch Chana^ ras ch widerlegt wurde, sagte er : ״Was habe ich auch mit Ghana in Agada zu streiten!“ 9) Mit diesem Chana scheint Schescheth auch sonst agadische Unterhaltungen geführt zu haben; denn man findet, dass Schescheth, als Jener eine Deutung des erwähnten Simon zu Spr. 11,26 mittheilte, dieselbe ergänzte, indem er die zweite Vershälfte in gleichem Sinne an wendete. 10) So wie Chana b. Bizna in der Agada nur alsTradent der Aussprüche Simon’s desFrommen genannt wird, so tradirte auch Schescheth mit Vorliebe die agadischen Aussprüche des berühmten Eleazar h. Azarja, eines der älteren Tannaiten. 1x) Doch wusste er selbst gelegentlieh Bibelstellen in passender Weise anzuwenden. Als er, der Erblindete, unter das Volk sich mengte, welches den Einzug des Königs ansehn wollte, verspottete ihn ein Ketzer; doch Schescheth beschämte ihn, indem er besser als der vorwitzige Spötter wusste, wann der Augenblick der Ankunft des Königs bevorstehe. Auf die verwunderte Frage desselben sagte er: Das irdische Königthum entspricht dem himmlischen; Gottes Erscheinen aber kündigt nicht Sturm und Toben an, sondern tiefe Stille, nach I. Kön. 19,12,13.12) — Die wenigen Schriftauslegun- Deutung von Exod. 33,23, Berach. 7a; Symbolik des heiligen Weibrauches, Kerith. 6b. — Andere Sätze : zu Zach. 8,19, Rösch Hasch. 18b; zu Nuin. 31,17, Joma 77a; Richter 16,3, Sota 10a. S. auch oben S. 26, Anin. 174 . — Ein eigentümlicher Ausspruch Simon’s des Frommen findet sich in Schocher tob zu ip 73,14. 9) בהדי הנא באגדתא למה לי Sukka 52b. ■״) Synh. 92a. ״) S. Erubin 54b, Pesachim 118a, Makkoth 23a. 12) Berach. 58a. Unter dem ״Ketzer“ — צדוקי — ist wol ein Anhänger des Mäni zu verstehen. — Schescheth scheint zu den Manichäern in polemischen Beziehungen gestanden zu haben. Seinem Diener sagte er, er dürfe ihn beim Gebet nach allen Richtungen stellen, nur nach Osten nicht, weil die Minim vorschreiben, beim Gebet nach Osten gewendet zu sein. Ygl. Spiegel, Eranische Alterthums־ künde III, 714. Ein Beispiel der Polemik aus jener Zeit bietet