Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 89)
- Language
- German
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73 schmückten Schöpfung einzog, 12) das andere eine äsopische Fabei : der Fuchs will durch das enge Loch eines Weinbergzannes durchschlüpfen und fastet drei Tage, um dazu genügend mager zu werden; als er dann, yollgegessen, hinaus will, muss er wiederum drei Tage fasten, um den Weinberg ebenso mager zu verlassen, als er ihn betreten. So sei auch diese Welt, welche der Mensch ebenso nackt verlässt, als er in sie eingetreten. 13) Hamnuna stand in naher Beziehung zu Chisda, 14) der ihn seinem Collegen Huna als einen bedeutenden Menschen empfählt 15) Er hat besonders das Studium der Lehre und das Gebet in seiner Agada behandelt. Kurz und kräftig ist sein eigenes Gebet, das er nach dem Pflichtgebete zu sprechen pflegte : •Es sei dein Wille, o Herr, dass du uns nicht auf die Seite der Finsterniss stellest, sondern auf die des Lichtes; lass unser Herz nicht siech, unsern Blick nicht dunkel werden!“ 16)Besonders hoch stellte er das Gebet zum Eingang des Sabbats. 17) Die Erfordernisse des echten Gebetes leitet er aus der Erzählung von Channa ab, I. Sam. 1,13. 18) Er empfahl fünf Danksprüche, die beim Anblick der Ruinen Babylons zu sagen sind 19) und formulirt auch andere Segensprüche. 20) — Das Studium der Lehre steht ihm höher als praktische Frömmigkeit; über jenes wird der Mensch zuerst zur Verantwortung gezogen 21) und für jenes 12) Gen. r. c. 10 g. Ende. Von R. Jannai wird erzählt, er habe zum Beginn des Sabbath sieh festlich gekleidet und gesagt: Komme, o Braut, komme 0 Braut! Sabb. 119a. 13) Koheieth r. zu 5,14. S. Aesop’s Fabeln, Num. 12. Dukes im Literaturblatt des Orients, 1848, S. 220. 14) S. Berach. 41b, Kidd. 25a. 15) Kidd. 29b. אדם גדול, gewöhnlich גברא רבא oder אינשא רבא — s. oben S. 58, Anm. 2 — ist ein zur Bezeichnung grosser Gesetzeskentniss üblicher Ausdruck. Dass Hamnuna in grossem Ansehen stand, beweisen die Erzählungen von seinem Tode und Begräbnisse, Moed Kat. 25a b. 16) Berach. 17a. 17) Sabb. 119b. 18) Berach. 31b. כמה הלכתא גברוותא איכא למשמע מהני קראי דחנה. 19) Berach. 57b. ») Berach. 11b; 58a; Sabb. 82a.?1) Nach Spr. 17,14. wo er den ersten Satatheil deutet: ״Sich lossagen vom Wasser (Symbol der Thora) ist Anfang des Gerichtes.״ Kidd• 40b,