Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 80)
- Language
- German
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— 64 — Doch, öfter hatte Chisda mit dem Vater Rabba’s gemeinschaftliche Schriftauslegung getrieben und wir haben eine Reihe von Beispielen, 19) wo sie über einzelne Bibelstellen entgegengesetze Ansichten anssprechen, ohne dass angegeben wird, welche Ansicht Huna, welche Chisda gehört; solche Unbestimmtheit ist auch bei Rab’s und Samuel’sControversen sehr oft zu finden,'0) sowie überhaupt dort, wo zwei Gelehrte häufige Controversen hatten und die Überlieferung die Urheberschaft der einzelnen Ansichten nicht mehr genau sondern konnte. Ein anderer Antagonist Chisda’s in agadischen Fragen war Isak b. Abdimi. 21) Dieser war in Exegese, namentlich halachischer, so ausgezeichnet, dass Raba von ihm sagte: ״Eine Bibelstelle, die Isak b. Abdimi nicht erklärt hat, ist unerklärt.“ 22) Doch sind ausser den Aussprüchen, in denen seine Ansicht der Juden und Proselyten nach Ezeck. 37,27 und Jerem. 30,21 f. Kidd. 70b; über den Zorn, nach y 10,4 (Wer zürnt, der nimmt auch auf Gottes Herrlichkeit keine Rücksicht) Nedar. 22b. 19) Über Jes. 57,15, Sota 5a; über Hiob 24,24, ib.; Hiob 27,8, Baba Kamma 119a; ip 112,3, Ketkubotk 50a. In Gittin 31b wird ihre Unterredung über die Winde mitgetkeilt; in Tamid 31b ihre verschiedenen Ansichten über den Grund der Miscknavorschrift, das Opferlamm nicht zu binden (nach dem Einen, weil das eine Missachtung des Geweihten wäre, nach dem Andern, weil es heidnische Sitte); in j. Sabbath 7c ihre Erklärungen des Wortes גימון (M. Sabbath 5,4), zu welchen als dritte die von Abba (= Rabba) b. Huna beigefügt ist. In b. Sabbath 54b findet sich nur die Erklärung Huna’s. 20) S. oben S. 37. 21) Der Jüngere dieses Namens; s. Seder Hadd. s. v. Der oft vorkomrnende Name אבדימי (s. Frankel, Mebo 58a b) ist aus אבלימוס abgekürzt; dieses aber ist nicht, wie Levy, Neuh. und Chald. Wörtb. I, 7 will, EudaCfiojv, sondern Eudyfiog (wie z. B. ein Hauptschüler des Aristoteles hiess). Einen ähnlichen, mit dfjfiog zusammengesetzten Namen hatte einer der Söhne Jose b. Chalafta’s. Derselbe wird aber schon im Talmud missverstanden, indem וללימום von ולד , Rose (qodoi׳) abgeleitet wird (Sabbath 118b). Auf das Richtige leitet die in palästinensischen Quellen vorkommende Schreibung ,אוללימוס אבדימוס, אבלדימוס (s. Levy 1, S. 505), was nichts Anderes ist, als EvQvdrjfAog, ein z. B. bei Herodot vorkommender Name, welcher genau dem hebr. להבעם entspricht. 23) Zebach. 43b.