Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 61 (sequence 77)
- Language
- German
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61 3. Chisda. Chisda stand zn Huna in einem Verhältnisse, wie es unter den Tannaiten und Amoräem häufig wahrzunehmen ist : aus dem Schüler war er College und gleich angesehener Freund geworden. Wie in diesem Falle der Übergang stattfand, zeigt eine interessante Anekdote. Als nämlich einmal die Beiden, welche übrigens im Alter nicht sehr verschieden waren, A) beim gemeinschaftlichen Studium der Mischna zu den Sätzen kamen, in welchen die ausserordentlichen Pflichten des Schülers gegen den Lehrer umschrieben sind, 2) fragte Chisda, wahrscheinlich ohne Beziehung, wie es denn ein Schüler zu halten habe, den sein Meister nötig hat (im Studium); da fuhr Huna auf, und sagte: Chisda, Chisda, ich bedarf deiner nicht, vielmehr bedarfst du meiner! Sie grollten nun lange Zeit 3) und besuchten einander nicht; doch erkannte Huna sein Unrecht und hielt vierzig Fasten dafür, dass er Chisda verdächtigt hatte, während dieser ebenso bereute, dass er Huna zu solcher Kränkung Anlass gegeben. 4) Dieser Vorfall scheint den Wendepunkt in ihrem Verhältnisse gebildet zu haben, das fortan auf Freundschaft und gegenseitiger Hochachtung beruhte. Die Tradition der Schule sieht in ihnen die beiden Hauptpfeiler der Schule Rab’s und nennt sie die ״Alten vonSura.“ 5) Ein in Palästina ansässiger Schüler, Ze- ]) Chisda starb 809 im Alter von 92 Jahren; Huna war, als er 297 starj3. über achtzig Jahre alt geworden. S. Moed Kat. 28a. M. Baba mezia 2,11. '5) ״Vierzig Jahre“ ist wol eine hyperbolisch runde Zahl, veranlasst durch die bald nachher erwähnten Fasten von vierzig Tagen. 4) Baba mezia 38a. Chisda legte grosses Gewicht auf die dem Lehrer schuldige Ehrerbietung und sagte: ״Wenn ein Vater auf die ihm gebührende Ehrenbezeigung verzichtet, so hat der Verzicht Giltigkeit, nicht aber, wenn der Lehrer es thut“ (Kidduschin 32a). Ferner : ״Wer gegen seinen Lehrer streitet, der streitet gleichsam gegen Gottes Herrlichkeit (nach בהצותם על ד׳ , Num. 26,10),“ Synh. 110a. Aussprüche Rab’s citirt er mit den Worten ״das hat unser grosser Lehrer gesagt, Gott sei ihm Beistand“ S. Zunz, zur Geschichte nnd Literatur, S. 335. Wie hoch er die Mittheilung ihm noch unbekannter Aussprüche Rab’s aufnahm, zeigt die Erzählung Sabb. 10b. סבי דסורא רב הונא ורב הסדא ף Synh. 17b. ס