Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 74)
- Language
- German
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58 Damit hängt auch wahrscheinlich die Ansicht Huna’s von den Träumen zusammen: Dem guten Menschen werden keine guten — angenehmen —, dem bösen keine bösen Träume gezeigt; 27) indem der böse Mensch durch gute Träume in Sicherheit ge־ wiegt, der gute durch böse Nachtgesichte in Unruhe und fort־ währende Sorge um sein sittliches Wohl gehalten werden soll. — Huna hatte auch asketische Neigungen, wie sein Verbot der Musik beweist, welches nachher von Chisda wegen der traurigen Folgen für die gesellschaftlichen Verhältnisse aufgehoben ward. 28) ' In Bezug auf das Gebet sind wenige Sätze Huna’s erhal־ ten, welche zeigen, dass er namentlich auf die in der Synagoge verrichtete Andacht grosses Gewicht legte. — Wer einen bestimmten Ort für sein Gebet hat, dem steht der Gott Abraham’s bei und bei seinem Tode wird über ihn geklagt: 0 des Demütigen, o des Frommen, der ein Schüler unseres Vaters Abraham war! 29) Wer hinter der Synagoge sein Gebet verrichtet, wird Frefler genannt. 30) Wer aus ihr hinausgeht, thue es nicht eilig mit grossen Schritten. 31) Am höchsten hielt er das Nachmit־ tags (Mincha)-Gebet. 32) Eine Eigenthümlichkeit Huna’s war es, seine Schriftauslegung mit Ausrufen zu begleiten, die seine empfindungsvolle Betrachtung des Gegenstandes darthun. Als er Exodus 23,17 las, wie Israel geboten ist, jährlich dreimal vor Gott zu erscheinen, sagte er weinend: Ein Diener, den sein Herr so sehr zu sehen 3,) Beraeh. 55b לאדם טוב אין מראין לו חלום טוב ולאדם רע אין מ׳ לו חלום רע. Nach der Version Raschi’s und in En Jakob bedeutet der Satz: Dem bösen Menschen werden gute, dem guten böse Träume gezeigt. 28) Sota 48a. H. verbot auch die - wahrscheinlich rohen — Lieder der Weber, während er die der Schiffzieher und Rinderhirten ge־ stattete. Ib. — Von der Rohheit der Weber ging das — von Rab, Joma 20b angewendete — Sprichwort: Der Flötenspieler, der Fürsten angenehm ist, wird von den Webern nicht beifällig aufgenommen. 29) Mit Bezug auf Gen. 19,27, Beraeh. 6b (vgl. die Barajta ib. 26b). 30) Nach 1//12,9. Ib. 31) Ib. 32) Mit Hinweis auf das Gebet Elijas, I Kön. 18,36. Ib.