Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 69)
- Language
- German
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53 lass — wenn man so sagen darf — Hnna’s und seiner Gefahrten ein viel reicherer als der Jehuda’s. Huna’s Agada wurde auch vielfach ausser Babylonien bekannt, gleich der seines Lehrers Rab, indem seine Schüler so manchen Ausspruch von ihm in Palästina lehrten, der dann in der Midraschliteratur einen Platz fand. Als Zeira, der wie Jehuda’s, auch sein Schüler war, nach dem heiligen Lande kam, theilte er dem berühmten Eleazar b. Pedath die ״Perle“ *) mit, welche Huna zu Sprüche 14,23 vorgetragen hatte. l 2) Ein anderer Jünger Benaja tradirt das Proömium — Pethichta — zum Abschnitte von Amalek, worin Huna die beiden ersten Sätze des 11. Cap. der Sprüche, gewiss mit Rücksicht auf das eigene Zeitalter so deutete: ״Wenn du ein Geschlecht siehst, das Betrug übt, wisse, dass die Regierung gegen es auftritt und das betrügerisch Erworbene wegnimmt.“ 3) Unter den agadischen Sätzen, welche in den altem l) מרגליתא. So nannte man einen ganz besonders kostbaren Ausspruch. R. Josef sagt in Bezug auf das Gebet zum Sabbathausgang: Rab und Samuel haben uns in Babylonien diese Perle — מלגניתא — eingesetzt. Berach. 33b. Vgl. den häufigen Satz: ״Hätte ich dir nicht die Scherbe aufgehoben, du hättest die darunter liegende Perle nicht gefunden.“ Jebam. 92b und sonst. a ר׳ זעירא שלח לר׳ אלעזר א״ל שמעת ההוא מרגליתא דהוה רב הונא דריש על הדין פסוקא Pesikta• ed. Buber 18b. Vgl. Lev. r. 0. 82 g. Ende, wo berichtet wird, wie Zeira bei seiner Ankunft in Palästina Gelegenheit nimmt, einen Satz Huna’s zu eitiren; j. Sabb 12a, wo er dem Abahu in Caesarea eine Ansicht Huna’s ״des grossen Mannes“ — אינשא לבא — mittheilt. S. z. B. noch j. Sabb 10a unt., wo Zeira verschiedene Normen Huna’s zum Sabbatgesetz tradirt.;i) Pesikta ed. Buber 24b. — Ebenfalls in der Pesikta 19a wird von Benaja im Namen Huna’s gelehrt, Mose habe die Thora in dreizehn Exemplaren geschrieben — man beachte, dass Huna selbst den Pentateuch siebzigmal abschrieb, nach Baba bathra 14a —, deren zwölf für die Stämme Israels, eines für die Leviten, damit diese, wenn einer der Stämme etwas aus dem heiligen Buche beseitigen sollte, nach ihrem unversehrten Exemplar berichtigen können. Wenn in Schocher tob zu ip 90 als Urheber dieser Ansicht Chelbo genannt wird, so kömmt dies daher, dass Chelbo ebenfalls Sätze Huna’s tradirte, z. B. Berach. 6b. In Deuteron, rabba e. IX ist Jannai der Autor, was aus Huna corrumpirt sein kann, s. S. 51, Anm. 24. — Noch zu zwei Sätzen des Buches der Sprüche hat die Pesikta Aussprüche Huna’s, wahrscheinlich ebenfalls des babyloni-