Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 67)
- Language
- German
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5i Samuel scheute er sich nicht, als derselbe die Klage einer armen Frau nicht berücksichtigte, mit Hinweis auf Sprüche 21,13, an seine Pflicht zu mahnen. 23) Was die Überreste von Jehuda’s Schriftauslegung betrifft, so geht aus dex^ßelben hervor, dass er besonders der Erklärung einzelner Worte sich zu wandte. So erklärte er die in Arnos 6,g und Esther 2,12 genannte Olgattung, 24) die Ezra 4,13 aufgezählten Steuergattungen, 25) ferner mehrere der in Lev. c. 11 erwähnten Yögelnamen. 26) Bei diesen letztem verbindet er die etymologische Ableitung mit Angabe der naturgeschichtlichen Merkmale. Beides, Beobachtung der Thierwelt und Gewandtheit in etymologischer Deutung bekunden namentlich seine Ant- Worten auf die Fragen seines Schülers Ze’ira, 27) die dieser, als er den Meister in heiterer Laune fand, an ihn richtete und vorträge Jehuda’s bewegten sieh vorzüglich in diesem Theile der Mischna. Berach. 20a und Parall. 23) Sabb. 55a. 24) Lev. r. c. 5 und Schir r. zu 4,8. Beidemale ist der volle Name Jehuda b. Jeeheskel genannt und als Urheber der Gegenansicht R. Jannai. Letzteres ist vielleirht corrumpirt aus Huna; denn im babylonischen Talmud, wo die Controverse über המור fünfmal vorkömmt, hat an der Hauptstelle (Megilla 13a) Huna die zweite Ansicht, welche in den Parallelstellen — die zum Theil in Bezug auf die Hamen corrumpirt sind — seinem Mitschüler Jeremia b. Abba zugeschrieben ist. Jehuda’s Ansicht hat an der Hauptstelle Chijja b. Abba, vielleicht corrumpirt aus R. Achba, welcher letztere besonders als Tradent von Jehuda’s Sätzen bekannt ist (Seder Haddoroth 67c). 25) Nedarim 62b. 26) Chullin 63a. 27) Sabb. 77b. ZeiTa, der gleich Abba — s. oben S. 3, Anm. 9 — gegen Jehuda’s Willen nach Palästina ging und dort zu grossem Ansehen sich erhob, erscheint als ein sich Jehuda besonders enge ansehliessender Schüler. So wie dieser aussprach, die Nacht, sei zum Schlafe, nicht zum Studium geschaffen, so erklärte auch Zeira ailf die Frage seiner Collegen, woher die Scharfsinnigkeit seiner Äusserungen, diese komme daher, dass er nur am Tage studire. Erubin 65a. — Bekanntlich wurde Jehuda von seinen Lehrern שיבנא , der Scharfsinnige genannt. Doch ist diese Erklärung des Wortes nicht unangefochten; vielleicht soll damit ehfer die eiserne Ausdauer Jehuda’s im Lernen bezeichnet werden. 4*