Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 63)
- Language
- German
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- 4? — punkte eines gelehrten Verkehres, den nach dem Osten zu kürzerem oder längerem Aufenthalte kommende Jünger der palästinensischen Schulen bedeutend belebten und verstärkten. Nicht nur innerhalb der einzelnen Schulen, sondern zwischen den Häuptern und Angehörigen der verschiedenen Lehrhäuser bestand ein lebhafter Austausch von Ansichten, eine fortwährende wechselseitige Anregung, auch im persönlichem Verkehre, wie sie schon zu Lebzeiten der beiden grundlegenden Lehrer bestanden hatten. Die darüber im Talmud erhaltenen Erzählungen und Berichte, die Rahmen der verschiedenen Discussionen, bilden eine ziemlich sichere Unterlage für eine genauere Kenntniss der babylonischen Schulen; doch ist dieselbe in den bisherigen Darstellungen, welche bloss die eigentlich biographischen und die wenigen geschichtlichen Daten berücksichtigen, noch zu wenig benutzt werden. Auch hier kann dies nur insofern geschehen, als es für den Gegenstand dieser Abhandlung nöthig ist; jedenfalls kann der Nachweis, in welchem Masse und mit welchem Erfolge sich die Schüler und Nachfolger Rab’s und Samuel’s auch mit der Agada beschäftigt haben, als Beitrag zur näheren Kenntniss des babylonischen Schullebens gelten. Dieser Nachweis kann naturgemäss nur durch besondere Behandlung der einzelnen Amoräer geführt werden. 1. Jehuda. Von Jehuda b. Jecheskel, dem Begründer der Schule zu Pumbeditha, haben sich agadische Sätze in geringerer Zahl erhalten, als man von dem bei weitem häufigsten Tradenten der Agada Rab’s und Samuel’s erwarten sollte. In der That scheint sich Jehuda auf diesem Gebiete darauf beschränkt zu haben, das Überkommene weiter zu überliefern, ohne selbst in erheblichem Masse zu produciren; auch findet sich nirgends eine ausdrückliche Notiz darüber, dass er öffentlich einen agadischen Vortrag gehalten hätte. Jedoch ist es wahrscheinlich, dass er Pastenversammlungen als Gelegenheit zu solchen Vorträgen zu benutzen pflegte, aus denen einige Sätze sich erhalten haben, wie folgende: ״Der Regen ist der Erde Ehegattesagte