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Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest · 1878-01-01 · [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878) · p. Seite 29

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Journal
Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
Volume
[1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
Date
1878-01-01
Page
Seite 29 (sequence 45)
Language
German
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IRI
…/3122061-3122062--0045-3122275
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29 von vorne herein nicht erwartet werden, dass ßab neue Bahnen gebrochen, neue Methoden eröffnet habe. Wie eine nähere Betrachtung des agadischen Nachlasses der Tannaiten zeigt, waren die hermeneutischen Grundsätze und Normen, nach welchen in der Agada die heilige Schrift entweder erklärt oder zu homiletischen und andern Zwecken angewendet wird, beim Abschlüsse der Mischnaepoche vollendet, ßab, dessen Thätigkeit unmittelbar an diese Epoche sich anschliesst, nimmt auch in der Agada keine Sonderstellung unter den Männern ein, welche in Palästina als Zeitgenossen und Jünger des Patriarchen und Mischnaredakteurs Jehuda den Übergang von dem Zeitalter der Tannaiten zu dem der Amoräer bilden; nur dass er in Babylonien lehrte und geschichtlich als der erste Agadist der babylonischen Schulen erscheint. Im übrigen ging auch er gleich Chanina, Jonathan, Josua ben Levi־ — den fruchtbarsten Agadisten unter seinen Zeitgenossen — in den Geleisen der tannaitischen Agada, und wenn von individueller Verschiedenheit die ßede sein soll, so kann sich dieselbe blos auf die Bevorzugung gewisser Stoffe, auf die grössere oder geringere Gewandtheit in der Behandlung der Schrift und in der Anwendung der agadischen Auslegungsweise beziehen. Schon die grosse Produktivität ßab’s stellt ihn, den Meister der Halacha, unter die hervorragendsten Vertreter der Agada. Aber eine nähere Betrachtung seiner erhaltenen Ausspräche zeigt, dass er auch eine ungewöhnliche Gewandtheit in der Erklärung und Anwendung des heiligen Textes besass und dass ihm die verschiedenen Methoden der agadischen Hermeneutik zu Gebote standen. In der Mehrzahl erscheint seine Exegese, wenn man sich einmal auf den Standpunkt des Agadisten gestellt hat, durch Einfachheit und Ungekünsteltheit ausgezeichnet; doch finden sich auch Beispiele jener gewaltsamen Auslegungsformen, welchen das moderne Bewusstsein ganz besonders widerstrebt, die aber in der Agada schon zu ßab’s Zeit Bürgerrecht erlangt hatten. Auch er erlaubt sich, wenn sein Zweck es erheischt, das Textwort mit andern als den überlieferten Vokalen zu lesen, wobei keineswegs an eine kritische Anderung des Textes zu denken ist. 195) Er zerlegt — nach der Me- 196) In Jes. 2,22 liest er für במה ‘■במה, Berach. 14a: — Hohelied 5,13

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