Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3122061-3122062--0021-3122251- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
babylonischer Amoräer anzunehmen. Doch mag auch Manches auf jene Zeit zurückgeführt werden, in welcher Rab, noch ohne autoritative Stellung, zu den Füssen des Patriarchen und seines Oheims Chijja sass. So wenn Letzterer und Rab als gemeinschaffcliche Urheber eines Satzes genannt werden 20), oder wenn Rab mit Ohanina, seinem bedeutenden Mitschüler, in Controverse erscheint 21), oder als Vertreter derselben Ansicht 22). Zu Rab und Chanina kömmt an einigen Stellen der bab. Talmudabtheilung Moed der Zeitgenosse Jonathan hinzu. 23) Auch mitLevi b. Sisi verhandelte er über den Sinn von einzelnen 20) Jer. Sabbath 14c. In b. B. M. 107b stellt Rab allein. 21) Über II Kön. 20,18, Synh. 93b. 23) Über Epikuräer, Synh. 99b. Über Chanina’s eine Zeit lang gespanntes Verhältniss zu Rab s. Jörna 82b. _ * 33) In b. Sabb. 54b, Sukka 4b, Megilla 7a sind die betreffenden Sätze so eingeleitet: רב ורבי חנינא ור׳ יוחנן ורב חביבא מתנו [בכוליה סדר מועד כל כי האי זוגא חלופי ר׳ יוחנן ומעיילי ר׳ יונתן]. Die in Klammern gesetzten Worte erklärte Raschi, wie Samuel b. Meir, sein Enkel, mittheilt (Tossephoth, Sabbath 54b, s. v. רב) nach Vorgang seines Lehrers Eliezer, als Bemerkung der Talmudredaktion, ״man pflege an diesen Stellen statt Jochanan zu setzen: Jonathan.“ Da aber מתנו in solchem Zusammenhänge wie hier, nicht üblich ist, da ferner Chabiba, den man sich doch als Zeitgenossen denken müsste, in dem ersten Amoräergeschlechte nicht vorkömmt, so ist es besser anzunehmen, dass die Bemerkung mit ורב חביבא beginnt, dass für מתנו zu lesen ist מתני (singul.): dass also Chabiba es war, der, wenn er die fraglichen Satze vortrug, stets Jonathan setzte für Jochanan. מתני , das ursprünglich Überliefern oder Lehren von Mischna- (Barajtha־) Sätzen bedeutet, wird auch in Bezug auf Amoräeraussprüche angewendet. Z. B. Sehebuoth 40b unt. רב תביבא מתני אסיפא, hinsichtlich einer Meinung des Nachman. Letztere Stelle beweist zugleich, dass Chabiba, ein späterer Amoräer — wahrscheinlich der Zeitgenosse Aschi’s, — abweichende Traditionen zu geben pflegte. — Dass er aber mit Recht für Jochanan setzte: Jonathan, sowie zugleich dass Chabiba in der That nicht als Vierter zu Rab und seinen Zeitgenossen hinzutritt, beweist die Parallelstelle zu b. Meg. 7a in j. Meg. 70d unt. (auch Ruth rabba zu 2,4), wo als die übereinstimmenden Autoren der Ansicht über das Estherbuch Rab, Chanina und Jonathan genannt sind, ausserdem aber noch Bar Kappara und Josua b. Levi. — Koch sei bemerkt, dass der Terminus חלופי — ומעיילי in ähnlichem Falle steht Jebam. 45a.