Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- [1.] für das Schlujahr 1877-1878 (1878)
- Date
- 1878-01-01
- Page
- Seite XIV (sequence 14)
- Language
- German
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Thätigkeit desselben zu gestalten: so ist sicherlich, eine wichtige und der Bemühung werthe Aufgabe, aus einer Literatur, welche von Anfang an und ihrer innern Natur nach aus Fragmenten zusammengesetzt ist, diejenigen Theile herauszuheben, welche ausser dem sachlichen Interesse auch das persönliche an ihrem Urheber bieten und welche in unvollständigem zwar, aber bei der Beschaffenheit der Quellen auch so willkommenem Masse einen Einblick gewähren in das geistige Schaffen der Männer, an deren Namen ein grosser und wichtiger Zeitraum der jüdischen Geschichte geknüpft ist. Der Verfasser der vorliegenden Schrift ist seit geraumer Zeit damit beschäftigt, zur Lösung eines Theiles der hiemit gekennzeichneten Aufgabe beizutragen, die agadische Thätigkeit der Tannaiten und Amoräer aus den unter ihren Namen erhaltenen Aussprüchen zu ergründen und im Zusammenhange zu erkennen. Bei der Bearbeitung dieser, so zu sagen, persönlicher Seite der Geschichte der Agada, gilt es in erster Reihe auch festzustellen, welcher Antheil den babylonischen Lehrern an ihrer Entwicklung zuzuschreiben ist. Denn die Heimat der Agada war anerkanntermassen Palästina, nicht bloss zur Zeit der Tannaiten, sondern auch in den Jahrhunderten nach Abschluss der Mischna, während welcher auch in den Gegenden des untern Euphrat und Tigris bedeutende Männer in blühenden Schulen die Traditionswissenschaft pflegten und das rege geistige Le^en herrschte, dessen Denkmal der babylonische Talmud wurde. Ist doch selbst der grössere Theil der amoräischen Agada, welche das genannte Werk aufbewahrt, palästinensischen Ursprunges. Und in der rein agadischen Literatur, den vorzugsweise sogenannten Midraschwerken, besitzen wir palästinensische Sammlungen, in denen von babylonischen Amoräern bloss solche aus dem ersten Jahrh. der Amoräerzeit mit einer erheblichem Anzahl von Aussprüchen vertreten sind. Die Agada der babylonischen Amoräer ist demgemäss nur