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Die Freistatt · 1914-05-28 · Heft 2 (28.5.1914) · p. 113

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 2 (28.5.1914)
Article
Der jüdische Weltschmerz
Date
1914-05-28
Page
113 (sequence 6)
Language
German
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Sch. I. Hurwitz, Der jüdische Weltschmerz 11 'l ewig Wandernder bleiben wird. Aber darf man dies bespul leu, und darf man sich damit trösten? Sollen wir uns etwa damit trösten — daß „einzelne Fahnen flüchtige die Frage der gesamten Nation nicht lösen werden", weil sie sich immer als ein nebensächliches Glied betrachten werden, sowohl in dem einen, als auch in dem anderen Lagci ' Ja, dies ist doch das Tiefste unserer Lebenstragödie, daß dei jüdische Schmerz keine Grenzen kennt, daß er sich muuet einfrißt in Blut und Mark und immer wieder mit der gleichen Wucht in allen Generationen auflodert, Anderseits läßt er auch kein ruhiges Leben zu, immer wieder gärt er tief innen und ei schüttert die Seele, und das wunde Herz fleht um Hilfe und keine Rettung. . . . Sollen wir uns damit trösten? Und dennoch gibt es bei uns noch immer friedliche und ruhige Leute, die die Frage zur Existenz des Judentums und all die Zweifel und Diskussionsbedürftigkeiten mit großer, imi allzugroßer Leichtigkeit entfernen. O, die Glücklichen! Wi. gehen sie Zweifel an, was die Qualen, die in all dem liepen * Ihnen ist doch alles so absolut einfach! Haben sie doch m»v u ein Protegma bereit, für unsere Existenzfrage und unsere Seelennot: Bibelaussprüche und Analogien. „Andernfalls werde u Ii mit Gewalt über Euch herrschen", heißt es in der Bibel. I'n dies gleicht, so meinen sie, jeneni höheren Lebenswillen Selmpen hauers, diesem Willen zum Fortbestehen der Art, der den persönlichen Willen unterjocht und ihn zwingt, in die ihm von ihm vorgeschriebene Bahn einzulenken. Das ist jener inlmn < Instinkt, der unterirdisch und „jenseits der Schwelle dei kenntnis" sein Werk vollbringt. Als hätte es jemanden m m!» der diesen guten Leuten das Geheimnis entdeckt habe, d.di » dieser Weg, den sie gehen wollen, der Weg sei, zu dem i« i höhere Lebenswille führe, als hätte sie Gott ins Verli.uini zogen und ihnen mitgeteilt, was das Welträtsel von im und wohin dieser höhere Lebenswille führe, als wurden ie m empfinden, daß dieser eingeschrumpfene Wille un.«ie. V«>n nie ein geistiges Zentrum und nie eine nationale wen könne ... Und wiederum: diese Analogie der Oleicheijvn .< lull l Ih um» wie die Individualität des Einzelnen Inre li< nuil Im Mm Im i r trotz vieler Veränderungen in den verschiedenen I * Im nspn n><L n, so auch das Judentum1. Aber sie wollen aus *hr\n An.il die äußersten Konsequenzen nicht ziehen, um /u M-hm, »! i ' I < es ebenso wie beim einzelnen Menschen, s<>;nnh hei Völkern Jugend und Alter gibt . . .

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