Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 1 (30.4.1914)
- Article
- So abboniert man bei uns.
- Date
- 1914-04-30
- Page
- 40 (sequence 6)
- Language
- German
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40 Dr. C1l Katzenelson, So abonniert man bei uns unserer Welt vermehren würde, so werden unsere hebräischen Zeitungen ohne Abonnenten bleiben, Nach der Begründung der „Histadruth" haben sich auch in vielen Städten Zweigvereine zur Verbreitung der Literatur zusammengetan, und diese alle beeilten sich, ihr Bestehen den Redaktionen mitzuteilen. Auch gaben sie kund, daß der Herr Vorsitzende des Zweigverbandes auf Briefen so, und der Herr Kassierer so zeichnen werde; nach kurzer Zeit taten sie wieder kund, daß der Herr Vorsitzende von nun an in anderer Weise und ausschließlich mit roter Tinte zeichnen, wofern sich der Herr Kassierer auch weiterhin mit schwarzer Tinte bedienen werde. Aber keine von ihnen, außer einigen wenigen, brachten den Zeitungen Abonnenten, Und die allgemeinen Erfolge dieser „Arbeit" sind, wie wir bereits gesehen, die stetige Verminderung der Abonnentenzahl, i Unö es blasen die Posaunen, und es schmettern die Drom nieten und verkünden Großes und Wunderbares über die Auflebung, und über die „Histadruth" und über die „Verbände der Liebhaber der hebräischen Literatur". Ueberall der ekstatische Schrei: „Hedad!" Nun will ich euch sagen, meine Herren, wie es mit den Dingen steht: Hieße dies Auflebung — so ist der Tod ihr vorzuziehen. Gut denn, unsere Zeitungen nahmen es auf sich, gegen ihrem Willen mit der kleinen Abonnentenzahl sich zu begnügen; gut denn, es steht uns an, unsere Literatur mit Almosen abzuspeisen. Aber man muß doch unterscheiden zwischen Abonnementseebühr cz> und Spende; man kann sich in keiner Weise dazu bequemen, daß der Abonnent einer hebräischen Zeitung irgend etwas in der Welt abgebe, das nicht seinesgleichen hat," das nicht ein Abonnent ist, sondern eine Art Wild, dem jeder auf der Spur ist, und das in seiner Ahnungslosigkeit gar nicht merkt, daß ihn das „Netz" bereits gefangen halt Wenn es unsern Zeitungen schon beschieden ist, in Armut zu leben, so gebt ihnen doch wenigstens die Möglichkeit, dies in Ehre zu tun; gebt ihnen die Möglichkeit, ihre Armut in Stolz zu tragen. Daß nicht die Herausgabe einer hebräischen Zeitung ein ekelhaftes Schnorrertum werde, eine unreinliche und erniedrigende Arbeit, von der die Seele nicht heil hervorgeht. Wer eine hebräische Zeitung abonnieren will, soll sich jener Form bedienen, wie er sie bei der ,Retsch', ,Newa* und anderen angewandt hat, nämlich die Gebühr sofort einschicken. Wenn ^^^^J