Mannheim
Compact Memory

Die Freistatt · 1914-04-30 · Heft 1 (30.4.1914) · p. 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 1 (30.4.1914)
Article
So abboniert man bei uns.
Date
1914-04-30
Page
39 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3119801-3119814-3119815-3121627--1385-3121718
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Dr. Ch. Katzenelson, So abonniert man bei uns 39 I und auch dies mißlingt oft. Und manchmal beleidigen sie auch unabsichtlich ganz ehrenwerte Männer, die Zeit und Arbeit für dir Verbreitung der Literatur geopfert haben, und deren Absicht j'twiß gut war. Kurz — die Tage der Zeitungsherausgeber sind Zorn und Acrger, Sorge und Marter. Wie sehr unsere Abonnenten, besser gesagt „die gewaltsam Abonnierten" eine hebräische Zeitung benötigen, beweist diese Tatsache: In Groß-Minsk hatte eine hebräische Zeitung 2 5 Abonnenten, die von einem Agenten im Laufe vieler Jahre zur sammengeschleppt wurden. Im vorigen Jahre entzog sich der Aj'cnt dieser Arbeit und wollte oder konnte sie nicht mehr w eiterführen. Was tat dann der Herausgeber? Er ging hin und •duckte an alle die genannten ständigen Abonnenten Prospekte/ und Postanweisungen in der Absicht, daß sie selbst das Abonneiiu utsgeld durch die Post zugehen lassen — aber es antwortete* ki iner. Nun überlegte er es sich und schrieb an einen der Ihhrenden Zionisten dieser Stadt, der auch ein Kenner und „Liebhaber" der hebräischen Sprache und Literatur ist, und schickte ihm ein Abonnentenverzeichnis mit der Bitte, sie von neuem „anzuwerben". Und siehe da, dieser Zionist und Liebhaber antwortete nicht nur nicht auf die Briefe, die ihm gesell rieben wurden, sondern nicht einmal er selbst erneuerte sein Abonnement. Und so mußten 2 5 Männer in Israel eine Zeitung „entbehren", die sie einige Jahre hindurch erhielten. Aber wie es scheint, blieben sie weiter gesund und stark und empfanden den Verlust gar nicht. Man wird mir vorhalten: dies ist ein Linzelfall. Aber dem ist nicht so. Minsk ist nicht das einzige Beispiel. Hier sind andere: Libau, Czenstochau, Kaie r s c h, N a z i n, Czerkassi usw. Aber wofür soll ich euch mit dem Lesen von langen Städte- '.eichnissen abmühen? Forschet in euren eigenen Städten nach, " ihr werdet finden, daß es unnötig ist, von der Ferne her i spiele zu holen. Und wie die Verschleißer, so sind die „Verbände der Lieber der hebräischen Literatur", auch diese befassen sich mit iteraturverbreitung", und man muß es hier gleich anführen, solche Verbände bestehen, dort verringerte h die Zahl der Abonnenten. Ich urteile nach den istischen Daten, die sich in den Administrationen der Zeittiiften jHaschiloah4 und ,Haolamf befinden, und die die Städte e vv, Warschau, B e r d i t s c h e w, D w i n s k, K o w n o, 'helski, Jekaterineslaw usw. betreffen. Und euch, ■ ne Herren, muß ich mein Herz beichten: Ich fürchte, daß, in sich — Gott behüte! — die Zahl der „Liebhaber" in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.