Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 1 (30.4.1914)
- Article
- Noch einmal Ost- und Westjudentum
- Date
- 1914-04-30
- Page
- 23 (sequence 4)
- Language
- German
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Mathias Acher, Noch einmal Ost- und Westjudentum 23 j * Murinen mehrere Selbstverständliclvjuden aus der Masse zu* Und dem Fortschritt der Entjudung in der Intelligenz steht eine W reicherung der jüdischen Lebensformen in den Volksschichten Mnenüber. Wie kann man da den Unterschied nicht sehen? n\ { war der Abfall der Intelligenz ein Volksschicksal, das sich «Ii erfüllt hat Hier ist er eine obendrein zum Teil vom Nachkm verschuldete Episode im Leben des Volkes, die überwunden worden kann. Dort riß die Intelligenz alles mit in den Ab- I 11} nd, hier wird sie einfach ausgeschieden. (Bemerkenswert, Ii die weitest assimilierten Ostjuden alles westjüdische Bein.ih weit hinter sich lassen, ganz abseits vom Volke stehen!) I 1 ort müßte man erst ein jüdisches Volk neu schaffen, wenn ii m wieder eine jüdische Intelligenz haben wollte. Hier aber 1 das Volk nie aufgehört zu sein und wiartet nur sozusagen das endliche und unvermeidliche Ende der Episode, auf n Wiederdurchbruch seines Wesens in der vom Fremdtum l -! i i älschten Intelligenz, um wieder zu einer regulären nationalen Intelligenz zu gelangen. Ja, wenn nicht alle Anzeichen trügen, i » es schon begonnen, sie aus seinem Organismus heraus- /i arbeiten. Denn gerade diejenigen Schichten der ostjüdischen luidligenz, die noch mit einem Fuße in der ostjüdischen Kultur Gemeinschaft stehen, sind heute nicht mehr so schnell wie luiher bereit, auch den anderen herauszuziehen und sich über <!» i! doch etwas unangenehmen Kulturwechsel mit der oder jener luiionalen Ideologie zu trösten. Sie verspüren vielmehr eher Neigung, sich auch mit dem ersetn Fuße wrieder in ihre .mo'eborene und ihnen kongeniale Kulturgemeinschaft zu stellen. (m(J es dabei freilich vorläufig nicht ohne Verrenkungen und V< rsteigungen abgeht, und die alte Intelligenz-Ideologie noch hörig einwirkt, ist selbstverständlich; Die sprachliche Ver- ' i i oh\gung mit dem Vofke wiiid viel zu äußerlich und bildungshaft .m»gefaßt, und das Fehlen einer Weltanschauungsgemeinschaft dem Volke wird noch immer nicht als Abnormität empfunden* Ahees spricht doch wenigstens auch nichts dagegen, daß u endeine nächste Generation die Füße schon richtiger und ent- ( liiedener zu stellen wissen wird. So schwankt denn das Gebäude der analogen Krankenge» hichte von Osten und Westen auf allen Ecken und Enden. i ud vielleicht schreibt es sich von einer Ahnung dieses Schwan- < ns her, wenn manche neuere Theoretiker ^dem am Ostli'dentum orientierten Positivismus weniger den Einwand der Ideologie, als eine gewisse Vorzugsstellung der Westjudenheit ndocgensetzteii« Das sind die, denen es wider den Strich geht, <Ial' die Westjuden zu „armen Hascherin degradiert" werden - ilc ii. Wohl wissen sie: „Den Westjuden kann es nicht passie-