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Die Freistatt · 1914-04-30 · Heft 1 (30.4.1914) · p. 19

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 1 (30.4.1914)
Article
Etwas über Judenmission
Date
1914-04-30
Page
19 (sequence 5)
Language
German
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Etwas über Judenmission, von einem Katholiken 19 gold ging nach Amerika, wo er sich nicht als Tugendheld aufspielte, fühlte dann den Beruf in sich, in London und Paris als Missionar und Schriftsteller zu wirken, wo er das gesetzestreue Judentum und seine Anhänger mehr zu verhöhnen als zu widerlegen verstand. Schließlich heiratete Feingold eine überjährige, reiche englische Jungfrau und verschwand in Palästina. Andere, sittlich und wissenschaftlich höher stehende Missionare gelangten nie zu einem richtigen Verständnis des Christentums und verwirrten die Neubekehrten mit ihren nationalistischen und sonstigen ansonderlichen Anschauungen. Selbst die vielen Schriften des hochbegabten Paulus Cassel blieben ohne nachhaltige Wirkung, er hatte zuviel eigene „Fündlein", sprach zuviel vom abstrakten Christentum und vergaß die konkrete Kirche. Nach der neuesten Erhebung haben Großbritannien 124, Vereinigte Staaten 150, europäische Türkei 21, asiatische Türkei 121, Deutschland 24, Rußland 10, Frankreich 5 und Holland 2 protestantische Judenmissionare. Wieviel Taufen vollzogen wurden, läßt sich nicht ermessen, da in manchen Ländern die Juden die Hilfe der Mission verschmähen und sich an die regelrechten kirchlichen Organe wenden.« Nach zuverlässiger Schätzung sollen unter den . . Juden von London höchstens 3000 Proselyten sein, von welchen aber kaum 1000 auf Rechnung der Mission kommen. Gewiß gibt es unter den Judenmissionaren christlicher Herkunft manche ehrliche Idealisten, welche sich aber wie Johannes Müller und H. Lhotzky, Verfasser gediegener, auch von Juden geschätzter apologetischer Schriften, bald von dieser praktischen Arbeit zurückziehen. Schon vor 20 Jahren meinte der ehemalige Missionar Wiegand, nun Landpastor in Mecklenburg, daß von den 47 bestehenden Missionsgesellschaften 47 zuviel seien, ferner dal» nur die verdorbensten Juden Christen werden und gerade die wenigen aufrichtigen es ohne die Mission geworden sind. Wut mehr als die Mission bringen die Juden lockende Aussichten auf Aemter, akademische Lehrstühle, politischer Einfluß, vorteilhafte Heiraten und dergleichen zur Taufe. Trotzdem will dir Masse der Juden hiervon nichts wissen. Die besten ApolojLi< (cii des Christentums würden doch die einzelnen Christen selbst sriiL Aber wieviele sind in Genußsucht und Alkohol versunken. Andere berühren alle Dinge mehr als christliche. Wie wenig Judrn haben von ihrer Umgebung wohl christlichen Eindruck t ilullen. Wie tobt der Streit so laut zwischen Christentum und * Monisinus, Katholizismus und Protestantismus und erst zwischen di i! verschiedenen protestantischen Richtungen. Zu dem ist die Judrmiiission unzeitgemäß; denn wie sich schon, wenn auch erst in du: Anfangen, protestantische Evangelisationsgesellschaften für Katholiken gebildet haben, so kann im ferneren Verlauf keine

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