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Die Freistatt · 1914-04-30 · Heft 1 (30.4.1914) · p. 20

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 1 (30.4.1914)
Article
Etwas über Judenmission
Date
1914-04-30
Page
20 (sequence 6)
Language
German
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20 Mathias Acher, Noch einmal Ost- und Westjudentum Macht der Welt die Jesuiten und andere katholische Gemeinschaften hindern, auch unter den Protestanten eine besondere Missionstätigkeit zu entfalten. Wenn so schier ein Krieg aller gegen alle entbrennt, wer kann für die seitherige Friedfertigkeit der Juden bürgen? Bei solcher Lage der Dinge sollten eigentlich die besseren judenmissionare ihren seitherigen Beruf aufgeben, da ihnen, näher liegende Aufgaben winken. Durch die Predigt des Friedens, durch Werke der Versöhnung und Verständigung würden sie sich nicht nur den Dank vieler Christen, sondern auch die Hochachtung wohl aller Juden erwerben. Noch einmal Ost- und Westjudentum Von Mathias Acher*) (Schluß) Es ist nur selbstverständlich, daß diese Erscheinung der fast westjüdisch gerichteten ostjüdischen Intelligenz allen jenen Anhaltspunkte liefert, die ein psychologisch-ideologisches Interessei daran haben, den Unterschied zwischen Ost- und Westjudenheit anders zu werten, als es hier geschehen ist. Und zwar kommen da zunächst diejenigen in Betracht, die diesen Unterschied nur als quantitativen anerkennen wollen! Für sie ist es klar: Wenn die Ostjudenheit eine so wichtige Schichte wie Intelligenz sozusagen an die Westjudenheit abgeben, d. h. ebe* falls den nivellierenden Kräften der nächtjüdischen Umgebun ausliefern mußte, dann kann ja die Differenz zwischen Ostun Westjuden unmöglich eine wesentliche sein. Dann ist der angeblich so feste Aufbau der ersteren doch ganz erheblich erschüttert. Dann sind sie die Westjuden von morgen. Dann erden sie ebenso und ganz analog wie diese immer meh en jüdischen Boden unter den Füßen verlieren. Und ob „der Grund erst gestern eingebrochen ist" oder erst morgen einbrechen wird — wer möchte das im Ernst als einen großen Unterschied ansehen? Aber diese Theorie wird dadurch nicht richtiger, daß sie dem größten Teile der modernen jüdischen Intelligenz — gleichgütig, ob sie ein Assimilationsprogramm hat oder gesinnungsnational ist — als das Einleuchtendste von der Welt erscheint * ) Siehe August- und Oktoberheft 1913 und Januarheft 1914.

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