Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 1 (30.4.1914)
- Article
- Etwas über Judenmission
- Date
- 1914-04-30
- Page
- 17 (sequence 3)
- Language
- German
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s Etwas über Judenmission, von einem Katholiken 17 hei den wohlhabenderen ist ihr Einfluß gleich Null. In London, New York und den Großstädten des Ostens werden die fahrenden und arbeitslosen Leute unter den Juden auf Eisenbahnen, in Schaukstätten, auf Spazierwegen usw. aufgesucht, man sucht ungebeten religiöse Gespräche mit ihnen anzuknüpfen, anderen dringt man in die Häuser. Die Londoner Medical Mission veranstaltet Tee-Versammlungen mit Kuchen und religiösen Ansprachen, wobei es oft lärmvoll zugeht, dann noch Abendschulen für Erwachsene und Kinder. Wie viele jämmerlich arme Juden aus Osteuropa landen jährlich in London und New York. Hier ist etwas zu machen. Der arjme Mann kämpft, so lange er kann, um der Mission zu entgehen. Endlich aber kommt er zum Punkt um der Frau und der Verzweiflung, wo er dann, < 1er Kinder willen, den Weg vieler seiner Genossen geht, die <t gerade wegen dieses Weges einst verachtet hatte. Ferner werden mit viel Reklame Gottesdienste für die luden fast nach idischer Art angekündigt Welches reiche Feld bietet sich noch in diesen Großstädten der sonst so bewährten jüdischen Mildi tigkeit! Sie fehlte auch in Palästina in der ersten Hälfte des . Jahrhunderts. Hier setzt nun die Mission ein durch Grün- * lung von Arbeitsgelegenheiten,- Schulen, Krankenhäusern usw. vianche Juden ließen sich so taufen, wurden aber oft rück- '.iiiig, zumal sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts besonders im Osten ein großer außferer und innerer Aufschwung des Judeninns kundpab. Daß sich Proselvten mehrmals des Geschäfts K mJ m ™" \\ e<:en taufen Sassen, ist gar keine seltene Ausnahme. Manche (T Neuchristen werden Misskmsangesf eilte. Was wird aus den nongen? Der Mission ist es nicht gefunden, sie zu tüchtigen *. ./* t .5 / kTj landwerkern, Gärtnern oder einem anderen nützlichen Ge- < ii;iit heranzubilden IL Die vielen protestantischen Religionsgemeinschaften sind unter I t'ü ttniniteu geschichtlichen. Voraussetzungen entstanden, die heute! \nch>i keine Bedeutung mehr haben. Was sollen dort eigentlich »lic getauften Juden? Sie für ein „reines" Christentum ohne Kniifessionelle Bindung zu gewinnen ist zwecklos, da'dieses doch! in der Konfession Gestaltung bekommen kann. Aha gründet < ukm vielfach judenchrisüiche Gemeinden, in denen die Neulinge nisten der Religion und Juden dem Volk nach sein sollen. Diese Gründungen kommen aber über die kümmerlichen Anal/o nicht hinaus, ebensowenig wie die jüdisch-christlichen \ u'kcrbaukolonien. Unter den verschiedenen englisch-amerikanischen Religionsciiieinschaften macht sich oft ein Wettbewerb um die Gewinnung um Judenseelen geltend. — In Berlin wurde am 9. Februar