Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (31.3.1914)
- Article
- Das rote Heft
- Date
- 1914-03-31
- Page
- Seite 713 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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- IRI
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712 Davis Trietsch, Das rote Heft der der Uebersiedlung, die schließlich in den Lebensschicksalen der Allgemeinheit eine Ausnahme bildet Kolonisation umfaßt alle Arbeiten. Es ist danach ganz selbstverständlich, daß sich hier alle Schwierigkeiten zeigen. Wenn man aber davor Angst hat, so soll man sich von Bestrebungen in dieser Richtung fernhalten. Was nun das betrifft, daß im Zionismus die Ewigkeitsprobleme des jüdischen Volkes mit Einzelfragen verquickt werden, so ist auch das nach der Natur der Sache gar nicht anders möglich. Wenn die Ansiedler nicht irgendwie von der Idee berührt werden, daß ihr Schritt, wenn er möglichst viele zur Nacheiferung reizt, zur Schaffung einer neuen jüdischen Konzentration führen könne, so würden sie nicht nach Palästina gehen. Niemand wird sagen können, daß das im gleichen Maße für irgend welche Flucht aus Osteuropa nach irgend welchen Einwanderungsländern gelten könne. Es ist auch etwas sonderbar, es den vielen Tausenden von Einwanderern (und auf ihre Einwanderung hin der zionistischen Organisation) verwehren zu wollen, sich eine Richtungsbestimmung für jüdische Entwicklungen zuzuschreiben, während gleichzeitig einzelne auswandernde Kolonisten als Kronzeugen für die Unbrauchbarkeit der palästinensischen Lösung ins Feld geführt werden. Rückwanderung und anfänglich übermäßige Kosten sind übrigens kein Charakteristikum des vorliegenden Falles allein. Alle Auswanderungen zeigen daneben auch eine Rückwanderung, und weitaus die meisten Kolonisationen haben ungeheure Opfer erfordert Und dabei waren es dann manchmal Geldopfer, manchmal auch Opfer an Zeit und nicht selten kolossale Opfer an Blut Bei uns ist es in ziemlich kurzer Zeit und mit nicht allzuviel Blut gegangen, und wir halten heute so weit, daß wir auf der Grundlage der bisherigen Arbeit jeden Tag mit einer rationellen, billigen und erfolgreichen Kolonisation vorwärts gehen können. Sogar die letzten Jahre haben eine ganze Anzahl von Fällen (Fälle von Kolonien und von Kolonisten) gezeigt, die schon ziemlich einwandfreie Arbeit darstellen. Noch einige Schritte weiter auf diesem Wege und ein vervielfachtes Tempo! Dann wird der Erfolg der Kolonisation eine immer größere Wirkung auf die Massen derer ausüben, die erst einen klaren Erfolg sehen wollen, um selbst die Ansiedlung zu wagen. Im übrigen bietet das in der ,Freistatt* im Auszuge gebrachte bereits eine Menge Anregungen zum Nachdenken. Der interessiert? Leser, der zu fest in der Sache steht, um sich von einem Schwarzseher umstimmen zu lassen, wird die wertvollen Informationen von den negativen Uebertreibungen zu scheiden