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Die Freistatt · 1914-03-31 · Heft 12 (31.3.1914) · p. Seite 711

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 12 (31.3.1914)
Article
Das rote Heft
Date
1914-03-31
Page
Seite 711 (sequence 2)
Language
German
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710 Davis Trietsch, Das rote Heft tiert werden, eben vorher „outside" gewesen sein müssen. Für meine eigene Outsiderei kann ich das jedenfalls nachgerade in Anspruch nehmen. Besonders schlimm war es, daß mein Artikel „Oppositionen" (in der „Kongreßnummer" dieses antizionistischen Organs!) zusammen mit einem anderen Artikel erschien, der die jüdische Kolonisation in Palästina „komplett vernichtete". Das hätte nicht passieren dürfen! Als ob ich mir meine Mit-Mitarbeiter in einem fremden Organ auszusuchen das Recht hätte. — Außerdem ist es seltsam genug, daß ausgerechnet von mir verlangt wird, solchen Sachen entgegenzutreten. So offiziell bin ich doch noch nicht! Oder sollte es daran liegen, daß die Offiziellen nicht so palästinensisch sind? Das wäre jedenfalls das größere Unglück. Der Artikel selbst kommt mir drollig vor (ich hoffe, es ist innerhalb des lockern Kreises der ,Freistatt' erlaubt, so etwas zu sagen). Ohne Zweifel hat hier jemand gegenüber den Verhimmelungen Palästinas einmal nur die Schattenseiten sehen wollen. Dies hat er jedenfalls gründlich besorgt Wenn man von dem Autor hört, wie die Kolonisten auswandern, oder wie sie sich „mehr und mehr dem Untergang nähern", so vermißt man eigentlich eine klare und knappe Ziffer darüber, um wieviel Kolonisten wir gegenwärtig weniger haben als vor zehn Jahren. Eine solche Ziffer ist freilich schwer beizubringen, denn die Zahl hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt, und der nahende Untergang macht auf weitaus die meisten Leute, die die Sache vor sich sehen, den Eindruck einer außerordentlich ermutigenden Entwicklung. Besonders wird der Fehlschlag des Rothschildschen Systems beleuchtet. Brauche ich heute mehr zu tun, als darauf hinzuweisen, wie eben jetzt Rothschild selbst sich über die Entwicklung des Ansiedlungswerkes in Palästina gefreut hat? — Wie wenig könnten wir damit anfangen, wenn der Autor des Artikels von den Erfolgen begeistert, und Rothschild davon enttäuscht wäre . . . Wenn es schon zwei Meinungen darüber geben muß, so ist es ganz gut, daß sie sich so verteilen. Aber nicht nur der Autor des betreffenden Aufsatzes malt Palästina in den schwärzesten Farben. Auch der Schriftleiter der ,Freistatt* schickt der Arbeit eine zustimmende ausführliche Notiz voraus. Nun ist die ,Freistatt* ein so merkwürdiges Organ, daß man darin auch mit dem Herausgeber Meinungsverschiedenheiten haben darf (sollte ich mich irren, lieber Leser, so merkst du

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