Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 12 (31.3.1914)
- Article
- Das rote Heft
- Date
- 1914-03-31
- Page
- Seite 710 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
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- IRI
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Davis Trietsch, Das rote Heft 709 Das rote Heft Von Davis Trietsch (Berlin) Von manchen Seiten wird es mir verübelt, daß ich in der ^Freistatt' schreibe. Demgegenüber gelten meine Artikel selbst schon als das kleinere Vergehen. Alferdings wird zugegeben, daß ein anderes Blatt nicht in Frage kommt. Das ist ganz ähnlich wie in der Herzischen Aera, als ähnliche Arbeiten von mir hauptsächlich deshalb mein Schuldkonto belasteten, weil sie außerhalb der engeren zionistischen Presse erschienen. Ausdrücklich wurde mir erklärt, daß es passender sei, solche Dinge („im Prinzip" wurden abweichende Meinungen auch damals nicht für unberechtigt gehalten) etwa in der ,Welt* zu veröffentlichen. Dieser allerdings fiel es nicht ein, etwas zu bringen. — Als ich Herzl gegenüber einmal geltend machte, daß die damals neu eingerichteten Mitteilungen des Aktionskomitees' für gewisse Dinge, die seither akzeptierte zionistische Wahrheiten geworden sind, vielleicht das geeignete Publikationsorgan seien, bestritt er es sofort mit den Worten: „Eher noch in der ,WeltV Gab aber ebensoschnell zu, daß die Aufnahme dort gleichfalls ausgeschlossen sei. So sieht es noch heute bei uns aus. Die offiziellen Organe sind und bleiben auf den Parteistandpunkt eingestellt, und inoffizielle Organe, neutrale, Diskussions- oder wissenschaftliche Organe haben wir noch nicht. Da bleibt denn nichts übrig, als — selbst auf die Gefahr hin, manche Gemüter damit zu verletzen — als in „neutralen" Organen zu schreiben, deren Neutralität zurzeit als antizionistisch gelten mag. Solche parteiische Neutralitäten gibt es. Ich bin überzeugt, daß, wenn wir zionistischerseits ein Organ mit „breitester neutraler Grundlage" haben werden, diese Neutralität ebenfalls gewisse Dinge und Richtungen höchst unneutral behandeln wird, und das kann auch kaum anders sein. — Was die ,Freistatt' betrifft, so erinnere ich mich deutlich, daß ihre roten Hefte einmal als eine Bereicherung der zionistischen Publizistik gegolten haben, mindestens als eine Ergänzung. Und mir scheint, was war, kann wieder werden, und kann es um so eher werden, wenn mehr von mir und anderen zionistischen gelegentlichen Outsidern darin steht als bisher. Wobei ich das gelegentliche Outsidertum dahin verstanden wissen möchte, daß manche Dinge, die erst später vom Zionismus akzep-