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Die Freistatt · 1914-03-31 · Heft 12 (31.3.1914) · p. Seite 704

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 12 (31.3.1914)
Article
Die Judenfrage in Österreich u. ihre Zukunft
Date
1914-03-31
Page
Seite 704 (sequence 6)
Language
German
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IRI
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Benzion Rubstein, Die Judenfrage in Oesterreich usw. 703 » j» >> » )j jj » >> Wie man also sieht, geht die Binnenwanderung in Oesterreich mit den Sprachverschiebungen parallel Sie bringt neue nationale Minoritäten zum Entstehen und verstärkt die alten. Dies „nationale Leiden" Oesterreichs nimmt immer schärfere Formen an und fordert radikale Heilung. Infolge der zunehmenden Sprachverschiebungen und Verstärkung der nationalen Minoritäten läßt sich die nationale Frage nur auf Grund der Exterritorialität, d. h. der national-persönlichen Autonomie lösen. Schon jetzt gibt es in Oesterreich außer den Juden zwei Völker, deren nationale Frage unmöglich auf territoriale Art gelöst werden kann: Die Italiener und die Slowenen. Nach der Volkszählung von 1Q10 gab es in Oesterreich im ganzen 768 422 Italiener, die sich folgendermaßen verteilten: Triest 190 913 oder 62,3 Proz. der Gesamtbevölkerung Istrien 147 417 „ 38,1 Tirol 385 700 „ 42,1 „ Görz u. Gradiska 90119 „ 36,1 Dalmatien 18028 „ 2,8 „ Man sieht, daß sich bloß ungefähr ein Viertel der österreichischen Italiener, die 190913 Seelen in Triest, in der Lage einer nationalen Majorität auf einem bestimmten historischen Gebiet befanden, während die übrigen drei Viertel an ihren Wohnsitzen nationale Minoritäten bilden. Dazu kommt, daß sich Triest sehr rasch entwickelt Im Laufe des letzten Jahrzehnts fand eine Zuwanderung von 36000 Seelen statt, die ungefähr ein Fünftel der Triester Bevölkerung ausmachte, und die fast ausschließlich slowenisch war (die deutsche Zuwanderung ist unbedeutend). Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Italiener bald auch in Triest die Majorität verlieren werden. Schon jetzt erkennen die Slowenen die nationalhistorischen Rechte der Italiener auf ihr (!) Triest nicht an und wollen es auf keine Weise zulassen, daß in Triest eine italienische Universität gegründet wird, die zur Verstärkung des italienischen Kultureinflusses beitragen würde. Sehr stark ist auch die Zerstreuung und der Minoritätscharakter der Slowenen. Von den 1 252 946 Slowenen zur Zeit der letzten Volkszählung lebten in: Steiermark 409 684 oder 30,1 Proz. der Gesamtbevölkerung 21,2 94,3 29,8 61,2 14,3 Kärnten 82212 Krain 490978 Triest 56916 Görz u. Gradiska 154564 Istrien 55134 j? 91?J » ry j) >j if jj

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