Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 11 (20.2.1914)
- Article
- Die Judenfrage in Österreich und ihre Zukunft
- Date
- 1914-02-20
- Page
- Seite 654 (sequence 5)
- Language
- German
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Benzion Rubstein, Die Judenfrage usw. 653 Laufe des letzten Jahrzehnts der Prozentsatz der Landesfremden, ungeachtet dessen, daß schon viele durch die Heimatsrechtsnovelle die Zuständigkeit erlangt hatten. Der große Anteil der Landesfremden an der Bevölkerung zur Zeit der letzten Volkszählung und der Umstand, daß er während der letzten zehn Jahre noch wuchs, zeigt zweifelsfrei, daß auch im letzten Jahrzehnt in Oesterreich eine starke Binnenwanderung und ein Bevölkerungsaustausch stattfand. Ihre Stärke tritt noch klarer aus folgender Tabelle hervor: Länder Zahl der Zuzugspunkte (politische Bezirke oder autonome Städte) Absolute Größe der Zuwanderung Niederösterreich..... 14 189 235 Öberösterreich...... 3 11 593 Salzburg........ Steiermark 3 6 623 10 27 216 Kärnten........ 2 8 467 Krain......... 2 6 972 Triest......... 1 36 537 Istrien......... 3 18961 Görz (Stadt)...... 1 6505 Tirol......... 15 34 245 Vorarlberg....... 1 4162 Böhmen........ 26 104410 Mähren........ 10 36 345 Schlesien........ 5 10 031 Galizien........ 8 82439 Bukowina....... 1 (Czernowitz) 13 428 Dalmatien ....... l 548 Summe 106 597 72 t Im ganzen gab es im letzten Jahrzehnt in Oesterreich 106 Punkte (politische Bezirke oder autonome Städte), in derien der tatsächliche Bevölkerungszuwachs größer als der natürliche war* Die Zuwanderung an allen diesen Orten betrug im letzten Jahrzehnt fast 600000 Seelen. Wenn man in Betracht zieht, daß außer dieser Zuwanderung noch ein Bevölkerungsaustausch auch zwischen den übrigen Bezirken vor sich ging, die im letzten Jahrzehnt im allgemeinen als Auswanderungspunkte dienten*) — *) Wie groß der aktive Anteil sogar der Auswanderungsbezirke am Bevölkerungsaustausch ist, ersieht man daraus, daß in einigen von ihnen die Bezirksfremden mehr als 30% der anwesenden Bevölkerung bildet.