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Die Freistatt · 1914-01-20 · Heft 10 (20.1.1914) · p. Seite 558

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Journal
Die Freistatt
Volume
1 (1913-1914)
Issue
Heft 10 (20.1.1914)
Article
Die jüdische Kolonisation in Palästina II
Date
1914-01-20
Page
Seite 558 (sequence 4)
Language
German
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I. Lewin, Die jüdische Kolonisation in Palästina II 557 I^^HaHIIMkMMMUMMu^MaUMn^B^^HMnMdMatB^MMHlMMaMtoMMHWlIWWHHH^ Familienangehörigen sehr wenig oder überhaupt nicht arbeiten. Die Kinder gehen bis zum 14. Jahr zur Schule und sind dort täglich von 8 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags. Ferien sind in den letzten Sommermonaten, wenn auf dem Feld fast nichts zu tun ist. Das Jahr hindurch gehen sie den Eltern überhaupt nicht zur Hand und sind jeder körperlichen Arbeit entwöhnt. Sind sie mit der Schule fertig, dann fahren die Knaben bald fort. Arbeitende Kolonistensöhne gibt es fast nur in Sichrojn und in Peßach-Tikwo. Die Hausfrauen versehen nur die Hausarbeit, denn die Hofwirtschaft ist in der Regel sehr beschränkt: Gemüse, Milchwirtschaft oder Geflügel gibt es kaum irgendwo. Die Mädchen helfen der Mutter etwas im Haus, gehen mit hinaus Mais und Sesam schneiden, nähen ein wenig für die Familie — meistens aber haben sie nichts zu tun, lesen Romane und warten auf den Mann. In ganz Palästina gibt es kaum ein Dutzend Kolonistentöchter, die auf dem Feld arbeiten. 3, Die ersten Kolonisten waren nicht imstande sich mit eigenen Kapitalien anzusiedeln und hatten schon nach den ersten Monaten kaum etwas zum Leben. Sie waren hinübergefahren mit der Hoffnung auf das Komitee oder auf das ganze Volk und gewöhnten sich bald an den Gedanken, von dorther unterstützt zu werden und um Hülfe zu schreien. So kam es mählich zu jenem Bevormundungs- und Unterstützungssystem, das aus dem Kolonisten einen Schnorrer machte und mehr als viele anderen Ursachen an der unsicheren Lage der Siedlung Schuld trägt Im untern Galiläa sitzen in der Hauptsache die Söhne der ersten Ansiedler und Kolonisten, die unter Baron Rothschild Arbeiter waren. Das Bild ist hier dasselbe wie in den ersten Kolonien, Erst in der letzten Zeit bemerkt man ein neues _ »,* Element. Einmal vermögende Menschen, die sich selbst ansiedeln können; meistens ziehen sie nach Peßach-Tikwo und Rchoiwois und beschäftigen sich mit Plantagenbau. In der Feldwirtschaft haben sich in ganz Palästina nur drei mit eigenen Mitteln angesiedelt. Dann sind junge Idealisten herübergekommen, mit einem starken Arbeitseifer, eigentlich das passende Kolonisationselement. Aber die wenigsten von ihnen sind im Land geblieben. Eignes Vermögen hatten sie nicht, und die Ica siedelt in der letzten Zeit wenig neue Bauern an. * B) Die Kolonisationsgesellschaften In Palästina, wo die objektiven Bedingungen der Kolonisation ungünstig sind, und das Menschenmaterial ungeeigneter, als es

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